Der Protest gegen die Teileinziehung der Scharnhauser Straße verschärft sich. Die Waldparkplätze könnten erreichbar bleiben. An dem generellen Entschluss, den Verkehr auf der Straße drastisch einzuschränken, ist aber offenbar nicht zu rütteln.
Über 2200 Unterschriften hat eine Bürgerinitiative bei der Stadt eingereicht, um gegen die anstehende Schließung der Scharnhauser Straße in Plieningen zu protestieren. Das teilte nun die Sprecherin der Initiative, Suzanna Faust, im Bezirksbeirat Plieningen mit.
Suzanna Faust betonte, dass eine Mehrheit der Plieninger die Verbindungsstraße nach Ostfildern „behalten will“. Statt eine Sperrung für den Individualverkehr zu verfügen, plädiert die Initiative dafür, die ehemalige Kreisstraße nur für den Schwerlastverkehr zu sperren. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Kreisvereinigung der Freien Wähler, Ricco Stahl, erklärt, werde die Initiative von den Freien Wählern unterstützt.
Nur noch ÖPNV, Radverkehr und Traktoren erlaubt
Die Scharnhauser Straße muss im Zuge der Eröffnung der neuen Südumfahrung teileingezogen werden. Ein entsprechendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist rechtskräftig und muss vollstreckt werden. In Zukunft sollen demnach auf der ehemaligen Straße nach Scharnhausen nur noch der ÖPNV, Fahrräder und der landwirtschaftliche Verkehr fahren dürfen. Bislang hat die Stadt die Schließung der Straße nicht umgesetzt. Sie begründete das zuletzt mit notwendigen Abstimmungen bezüglich der künftigen Wegweisung mit der benachbarten Gemeinde Ostfildern sowie mit dem Landkreis Esslingen.
Kritik am Wegfall der Verkehrsverbindung war aufgekommen, weil dadurch für viele Plieninger der Weg zum Einkaufen nach Scharnhausen oder zur Klinik in Ostfildern-Ruit deutlich länger wird. Auch dass Waldparkplätze an der Scharnhauser Straße für Spaziergänger nicht mehr mit dem Auto erreichbar seien, sorgt für Unmut.
Land lehnt Rücknahme der Entscheidung ab
Wenigstens letzteres wird offenbar abgewendet. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage des Degerlocher Landtagsabgeordneten Friedrich Haag (FDP) hervor: „Die Anfahrbarkeit der Waldparkplätze kann nach Aussage der Stadt Stuttgart mit einer ‚Anlieger frei‘-Regelung weiter ermöglicht werden“, erklärt das Ministerium. Darüber hinaus unterstreicht die Behörde, dass an der Schließung nicht gerüttelt werde: „Es liegen keine veränderten Daten vor, die eine Revidierung der Entscheidung rechtfertigen würden.“
Der Landtagsabgeordnete Haag betont, dass durch eine Sperrung der Durchgangsverkehr nur aus der Plieninger Ortsmitte in die angrenzenden Straßen verlagert werde. „So werden Autofahrer und Einkäufer woanders hin ausweichen und dort für zusätzliche Belastung und mehr Staus sorgen.“
Zuletzt wurden zahlreiche Klagen laut, dass die neue Südumfahrung häufig überlastet sei und sich zeitweise lange Staus auf der Umgehungsstraße bildeten.