Symbolbild Foto: dpa

Der Vorwurf: Der Mann soll das Schaf hinter seinem Auto hergeschleift und dann überfahren haben.

Pforzheim - Ein brutaler Tierquäler, der ein Schaf hinter seinem Auto herschleifte, hat sich am Montag vor dem Landgericht Pforzheim reumütig gezeigt. Er wisse nicht, was über ihn gekommen sei, sagte der 20 Jahre alte gelernte Metzger, ohne zunächst konkret auf den Tatvorwurf einzugehen. Gemeinsam mit einem Bekannten soll er das Tier an ein Auto gebunden haben und losgefahren sein. Dabei sollen sie auf Tempo 60 beschleunigt haben.

Tier verendete elendig

Als sich das Strick löste und das Schaf verletzt am Boden lag, fuhren sie ihm laut Anklage über den Kopf, um es zu töten. Es lebte danach immer noch und das Duo warf es in einen Wald, wo es schließlich verendete. All diese Taten dokumentierten beide mit einer gestohlenen Handykamera.

Dem 20-jährigen Angeklagten wird zudem vorgeworfen, mit zwei anderen Komplizen einen Autohändler überfallen zu haben. Auf einer Probefahrt sollen sie eine Vollbremsung hingelegt und den Händler aus dem Auto geprügelt haben. Danach versteckten die Täter das Auto erst im Wald, später dann in einer Garage. Einige Monate nach der Tat lieferte sich der Hauptangeklagte in dem gestohlenen Wagen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, die vor einem Baum endete.

"Etliche kriminelle Karrieren beginnen mit Tierquälerei"

Der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbandes des Tierschutzbunds, Herbert Lawo, wertet den Fall als Beleg dafür, dass Tierquälerei und Gewaltverbrechen häufig zusammenhingen: „Etliche kriminelle Karrieren beginnen mit Tierquälerei. Die Täter üben sich an den Tieren und gehen dann eine Stufe weiter.“ Dies belegten auch mehrere Studien, sagte er. Mit einem Urteil wird am späten Nachmittag gerechnet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: