Auf Entdeckungsreise im Stuttgarter Westen E Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Beim Stadtteilfest „Schätze des Westens“ konnten Interessierte am Wochenende verborgene Ecken und Besonderheiten entdecken. Läden, Werkstätten und Ateliers freuten sich über reges Interesse.

Daheim ist es doch am schönsten – vor allem wenn der Stadtteil zu einer ganz besonderen Entdeckungsreise einlädt: „Es ist ein wenig, als wäre man Tourist in der eigenen Stadt. Normalerweise laufe ich hier von A nach B. Heute habe ich viele konkrete Ziele und wir navigieren uns vom einen zum anderen“, erzählt die 32-jährige Anna, während sie mit gezücktem Smartphone und einer Karte a durch Stuttgart-West läuft. So wie Anna und Freundin Svenja schlendern zahlreiche Stuttgarterinnen und Stuttgarter durch die Straßen um bei „Schätze des Westens“ Kunst, Handwerk und Design zu entdecken.

 

24 Läden, Werkstätten und Ateliers machen mit

„Es geht hier um besondere Menschen, die etwas aufbauen. Und darum Hinterhöfe zu entdecken. Wir haben vor 20 Jahren mit ‚Schätze des Westens‘ angefangen und hoffen, dass wir es noch eine Weile machen“, erzählt Susi Klotz vom Vogelsangatelier, die das Event mit ausrichtet, bei dem 24 kleine Läden, Werkstätten und Ateliers im Stadtteil ihre Türen für die Besucherinnen und Besucher öffnen und Mitmachaktionen anbieten.

Dass dieses Konzept aufgeht, bestätigen die Besucher: „Man entdeckt hier immer wieder etwas Neues. Ich habe hier mal so ein kleines Kunstatelier in einem Hinterhof entdeckt“, erzählt Hanne, die seit 40 Jahren im Stuttgarter Westen wohnt und mit Freundin Martina schon öfter beim Entdeckungsspaziergang dabei war. „Es ist einfach spannend. In die meisten Hinterhöfe kommt man ja sonst nicht. Außerdem kommt man mit den Menschen ins Gespräch, das macht Spaß. Wir klappern einfach die Stationen auf der Karte ab“, erzählen sie beim Auftakt am Freitagabend vor der Keramikwerkstatt Lamooi an der Gutbrodstraße, die rappelvoll ist.

Straßenmusik begleitete die „Schätze des Westens“ Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Extra zum Motto des Wochenendes „Die wilden 20er Jahre“ – das die Macher passend zum 20-jährigen Jubiläum gewählt haben – können hier Schüsseln, Teller und andere Stücke mit Art-Déco-Motiven bemalt werden: „Wir haben die Muster aufgezeichnet und nun können damit die Keramikstücke im 20er-Jahre-Stil bemalt werden. Das bietet sich einfach an“, erklärt Inhaberin Luisa.

Ein Stück weiter hat sich auch die Inhaberin von ‚floras eden‘ Franziska Rehm für das Event extra ein Programm überlegt. Musikerin Jiska steht mit ihrer Gitarre vor dem kleinen Geschäft zwischen parkenden Autos und singt und spielt gegen den Verkehrslärm an. Die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer sind begeistert. Und auch Franziska Rehm freut sich dieses Jahr zum ersten Mal dabei zu sein: „Uns gibt es erst seit letztem Oktober, aber ich wohne schon seit 2014 in Stuttgart-West und war schon oft als Besucherin bei ‚Schätze des Westens‘. Man kann hier einfach immer viele Orte und Läden entdecken. So ein großes ehrenamtliches Engagement im Viertel ist spitze“, schwärmt Rehm. Als Highlight bei „Schätze des Westens“ können die Besucherinnen und Besucher bei ihr am Samstag Herbstkränze aus frischen Blumen und Zapfen binden.

Blick in eine Werkstatt, die besondere Kopfbedeckungen anfertigt. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Ebenfalls zum ersten Mal dabei ist das Café „Hans liebt Kuchen“. „Bei uns glitzert heute und morgen alles etwas mehr passend zum Motto 20er“, sagt eine der Inhaberinnen. Außerdem stellt das Team am Samstag und Sonntag im Verkaufsraum Kopfschmuck von Sandra Riegert aus, die mit ihren reich verzierten Spangen, Hüten und Head Pieces den Stil und Charme der 1920er Jahre in den Westen bringt.