Kein schöner Anblick: die Decke über dem S-Bahnabgang in der Klett-Passage. Foto: Christian Milankovic

Die Deutsche Bahn weiß schon seit mindestens Mai von den durch Tiere verursachten Schäden in der Stuttgarter Klett-Passage – fühlte sich aber zunächst nicht zuständig.

Hat die Deutsche Bahn das Problem mit den in der Decke der Klett-Passage nistenden Tieren zunächst auf die lange Bank geschoben? Diesen Verdacht legt eine E-Mail der DB nahe, in der sie auf die Beschwerde eines Reisenden reagiert – und ihre Zuständigkeit für den betroffenen Abschnitt der Passage verneint.

 

Am 23. Mai hatte sich der Bahnnutzer per E-Mail an die für die Bahnliegenschaften zuständige DB Infrago gewandt und auf den Missstand hingewiesen. Die reagierte am 10. Juni, entschuldigte sich zunächst für die lange Bearbeitungsdauer und teilte dann zwar mit, die Bahn könne die Kritik nachvollziehen. Das war es dann auch schon. „Der von Ihnen kritisierte Bereich gehört nicht zur Deutschen Bahn, sondern zur Stadt“. Die Situation sei „offenbar bekannt“, das weitere Vorgehen in der Sache sei „noch in Klärung“. Man bitte darum sich „mit weiterer Kritik oder Fragen für eine schnellstmögliche Antwort direkt an die Stadt zu wenden.“

Offensichtlich hat sich die Deutsche Bahn in der Zwischenzeit nochmals mit den zugegebenermaßen nicht ganz trivialen Besitzverhältnissen und Zuständigkeiten in der Klett-Passage befasst. Unsere Redaktion hatte Anfang vergangener Woche hatte die Situation thematisiert. Zwischen den Deckenlammellen über dem Abgang von der Klett-Passage zur S-Bahnebene hängen Materialfetzen heraus, teilweise liegt es auch auf den Stufen.

Ein Bahnsprecher erklärte auf Anfrage: „In der Deckenkonstruktion des betreffenden Treppenabgangs nisten Tiere mit Jungtieren“. Das Umsiedeln der Tiere bedürfe des Einsatzes eines Experten. Die entsprechend qualifizierten DB-Mitarbeiter seien beauftragt. „Wir gehen davon aus, dass die DB in absehbarer Zeit die Lamellen an der Decke wieder richten kann“.