Schach ist keinesfalls nur ein Spiel für angehende Großmeister. Foto: Ursula Vollmer

Die Schachgemeinschaft Fasanenhof verfügt über einen besonderen Standortvorteil.

Stuttgart-Möhringen - Der Blick vom Spiellokal der Schachgemeinschaft Fasanenhof reicht bis weit über die Schwäbische Alb. Doch nicht nur der schönen Aussicht wegen hoffen die Schachfreunde auf weitere Verstärkung

Natürlich kann man sich auch zu Hause an den Computer setzen, wenn man einen Schachpartner finden will: An entsprechenden Programmen fehlt es nicht. Doch für Arthur Bauer wäre die Partie gegen einen unsichtbaren Gegner allenfalls das halbe Vergnügen. Er mag nicht nur das taktische Spiel um König, Dame und den gesamten Hofstaat, der Birkacher schätzt vor allem den lebendigen Austausch mit einem Gegenüber aus Fleisch und Blut.

Seit rund 15 Jahren ist Bauer Mitglied der Schachgemeinschaft Fasanenhof, und dort geht es ebenso um das gemeinsame Hobby wie um die regelmäßige Zusammenkunft. Jeden Freitagabend werden im achten Stock des Bürgertreffs in der Wohnanlage Fasanenhof die schwarz-weißen Spielbretter auf den Tischen verteilt. „Von allen 55 Vereinen im Schachbezirk Stuttgart haben wir das Lokal mit der garantiert schönsten Aussicht“, macht die Schachgemeinschaft selbstbewusst einen Standortvorteil geltend. Willkommen sind im Fasanenhof sowohl routinierte Spieler als auch Anfänger ebenso wie alle Hin-und-wieder-Gäste, die einem Schach-Partner mal wieder auf die Finger schauen wollen. Wobei sich die spannendste Entwicklung auf einer unsichtbaren Ebene abspielt: taktieren und analysieren, den Gegner versuchen einzuschätzen und seine nächsten Züge vorweg denken, ist als Rüstzeug mindestens genau so wichtig wie die Kenntnis der Regeln.

Kinder und Jugendliche auf den Geschmack bringen

Dennoch sei Schach keineswegs nur ein Spiel für angehende Großmeister, sagt Arthur Bauer. Der heutige Vereinssprecher hat selbst schon als sechsjähriger Knirps unter den aufmerksamen Blicken des Vaters ein paar Figuren über das Brett geschoben. „Das Tolle am Schach ist ja gerade, dass der Zehnjährige den Opa herausfordern kann und beide die gleichen Chancen haben“, betont er und erinnert sich seinerseits an pfiffige Spielpartner, deren Füße unterm Tisch fröhlich in der Luft baumelten. Eröffnungszüge ausprobieren, Verständnis für das Zusammenspiel der Figuren entwickeln, Angriffs-Strategien ausbaldowern – „das macht in jedem Alter Spaß“, sagt Bauer, „aber das Interesse muss natürlich da sein“.

Um Kinder und Jugendliche auf den Geschmack zu bringen, hat der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Hinkelmann in der Vergangenheit bereits Schach-AGs in Schulen angeboten, zudem organisiert er als Turnier- und Jugendleiter jedes Jahr die Vereins-, Jugend- und Seniorenmeisterschaften. Hinzu kommen Blitzturniere, deren Begegnungen nach gerade mal fünf Minuten entschieden sind.

Gehirnakrobatik stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl

Etwas mehr Sitzfleisch ist in der Liga erforderlich. Eine Mannschaft der Schachgemeinschaft spielt in der Kreisklasse mit, eine zweite ist in der B-Klasse vertreten. Dabei gilt es für jeden Spieler, innerhalb der ersten beiden Stunden 40 Züge zu absolvieren; eine weitere Stunde Spielzeit bleibt bis zum Schach-Matt.

Konzentration ist auch beim Ausflug zum Schnellschachturnier ins österreichische Leutasch gefragt, wenn sich verschiedene Teams zwei Tage lang in Zehn-Minuten-Partien messen. Diese Gehirnakrobatik stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schachfreunde aber ebenso wie gemeinsame Wanderungen, eine Skatrunde zur Abwechslung oder das jährliche Grillfest mit den Familien. Dabei wollen die Aktiven keineswegs nur unter sich bleiben: weitere und gern auch jüngere Tüftel-Experten mit einem Faible für Strategie und Logik sind eingeladen, die seit Jahrhunderten wirksame Faszination einer Partie Schach in der Gemeinschaft auf dem Fasanenhof neu zu entdecken.

Spielabend jeden Freitag ab 18 Uhr für Jugendliche, von 19 Uhr an für Erwachsene; (nach den Ferien auch sonntags von 10.30 bis 12.30 Uhr für Jugendliche und Anfänger).

Schachgemeinschaft Fasanenhof:

Anschrift: Bürgertreff Panorama, Laubeweg 1, 70565 Stuttgart
Telefon: 01 52 04 82 41 82 (Bauer)
Homepage: www.sg-fasanenhof.de
Vorsitzender: Hans-Jürgen Hinkelmann Gründungsjahr: 1965 Mitgliederzahl: 35

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