Der SC Freiburg verliert auch das nächste Auswärtsspiel bei einem Topteam. Nach dem 0:4 beim VfB Stuttgart kündigen Trainer und Kapitän Krisengespräche an.
Es gab wenige Szenen während der Partie des VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg, in denen Julian Schuster nicht emotional und will gestikulierend an der Seitenlinie reagierte. Meist war er mit Entscheidungen des Schiedsrichters Felix Zwayer nicht einverstanden gewesen. Weil er mit seinem Team am Ende aber klar und deutlich mit 0:4 beim Südwest-Rivalen unterlegen gewesen war, wollte er nach der Partie erst gar nicht anfangen, über den Unparteiischen zu diskutieren. Stattdessen versuchte der Coach des Sportclubs, in der bitteren Niederlage die positiven Dinge zu sehen. Das kommende Bundesligaspiel gegen gehörte dazu. Einerseits.
„Zum Glück“, sagte Julian Schuster, „ist das nächste Spiel zu Hause.“ Schließlich hat seine Mannschaft eine Art Auswärtsallergie entwickelt, deren Auswirkung auf die Bundesligatabelle mittlerweile nicht mehr zu leugnen ist. 0:2 in München, 1:3 in Leipzig, 0:4 in Dortmund, 1:5 in Leverkusen, 1:4 in Frankfurt – und nun: eine Klatsche beim VfB Stuttgart.
Die sorgte endgültig dafür, dass sie beim Sportclub allesamt verbal gegen ein Weiter-so ankämpfen. „Wir müssen Stück für Stück daran arbeiten, dass wir so schnell wie möglich an den Punkt kommen, auch gegen die Topteams auswärts bestehen zu können“, sagte Julian Schuster und machte klar, dass er dieses Vorhaben nicht alleine umsetzen kann und will.
Viel Erfahrung habe er in seinem Kader, weshalb er nun erwartet, dass jeder seinen Teil beiträgt, die Misere in der Fremde zu beheben. In Stuttgart habe sich sein Team nicht genug gewehrt, erklärte Schuster noch, „wir waren nicht aggressiv genug“. Der Freiburger Kapitän Christian Günter ergänzte, es müsse dann in den Zweikämpfen eben „auch mal krachen“. Ein 0:4 in Stuttgart – „das ist nicht unser Anspruch und entspricht auch nicht unserem Können. Wir haben zu einfache Gegentore geschluckt“. Man werde nun „intern miteinander ins Gericht gehen“.
Das Ziel der avisierten Aussprachen ist klar: In der nun gestarteten Rückrunde sollen herbe Pleiten eine ansonsten vernünftige bisherige Saison nicht weiter belasten. „Wir müssen, gerade gegen Topteams, gewisse Dinge abstellen“, sagte Günter, dessen Team im Gegensatz zum ersten Saisonspiel im August die schnelle VfB-Führung am Samstag nicht drehen konnte. Schon in der 17. Minute fiel das zweite Stuttgarter Tor, noch vor der Pause bereits das dritte. „Diese Auswärtsspiele bei den Top-Fünf-Teams, es geht nicht, dass wir da jedes Mal vier oder fünf Tore schlucken“, ergänzte der Freiburger Spielführer.
Das Gute an der Sache – und damit sind wir wieder bei Julian Schuster: Nicht nur ist die kommende Partie ein Heimspiel. Auch die Rückrundenbegegnungen mit RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen finden im Europa-Park-Stadion statt. Die schlechte Nachricht: Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist der souveräne Tabellenführer FC Bayern München zu Gast im Breisgau.