Marktleiterin Virginia Geisler und Geschäftsführer Benedikt Bühler stehen vor der neuen SB-Theke mit Bio-Backwaren von Bäcker Baier und Angeboten aus dem Rewe-Sortiment. Foto: Langner

Der geplante Neubau des Aidlinger Rewe-Markts wirft seine Schatten voraus. Erster Vorbote ist eine SB-Theke mit Bio-Backwaren des prämierten Bäcker Baier aus Herrenberg.

Handgemachte Bio-Brezeln statt maschinell gefertigter Teiglinge aus der Großbäckerei: Das Backwarensortiment im Aidlinger Rewe hat sich seit dieser Woche deutlich gewandelt. Die Sehne-Filiale im Eingangsbereich ist geschlossen. Seit Dienstag steht dort eine Auslage mit Bio-Backwaren vom Herrenberger Bäcker Baier.

 

Vom Feige-Walnuss-Laib bis zum Tomaten-Focaccia gibt es dort eine Auswahl an Broten, Brötchen, Brezeln und anderen Backwaren. Die Preise liegen auf eher gehobenem Niveau: Der 750-Gramm-Laib Kartoffelbrot kostet 6,45 Euro und für ein zimtig-süßes Dinkel-Franzbrötchen zahlt man 2,95 Euro. Für den schmalen Geldbeutel gibt es eine Auswahl an Backwaren und Snacks aus dem Rewe-Sortiment.

Der alte Rewe-Markt (rechts) wird abgerissen und auf dem dahinter liegenden Firmengelände neu aufgebaut. Foto: Langner

Was fehlt, ist Servicepersonal. Das ist allerdings auch genau so gedacht, denn die Selbstbedienungstheke ist der erste Vorbote für eine große und deutlich sichtbare Veränderung, die dem Aidlinger Rewe-Supermarkt bevorsteht. Das in die Jahre gekommene Gebäude wird abgerissen und mit einer nahezu verdoppelten Verkaufsfläche von knapp 1700 Quadratmetern auf dem direkt dahinter liegenden Gelände eines ehemaligen Hagelschadenfachbetriebs neu aufgebaut. Auf dem jetzigen Standort soll ein Parkplatz entstehen und so die Enge rund um den Markt im Aidlinger Industriegebiet beenden.

„Die Eröffnung ist in gut einem Jahr geplant“, sagt Benedikt Bühler, der Geschäftsführende Gesellschafter der Aidlinger Rewe-Filiale. Parallel zu den Neubauarbeiten soll der Betrieb im bestehenden Gebäude weiterlaufen. Während der Umbauphase soll die SB-Theke die Kundschaft mit Backwaren versorgen. „Der Pachtvertrag mit Sehne war abgelaufen und wir brauchten etwas zur Überbrückung. Dabei wollten wir mit einem anderen Bäcker weitermachen“, erklärt Bühler den Wechsel zu dem Herrenberger Backhandwerksbetrieb.

Jochen Baier war weltbester Bäcker des Jahres 2018

„Mit Jochen Baier arbeite ich bereits in einem anderen Laden gut zusammen“, sagt Bühler. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Rewe-Markt, sondern um einen kleinen Nahversorger in Ottenbronn, den der 32-Jährige dort betreibt. „Das ist regional, das ist Handwerk. Das spiegelt sich natürlich im Preis wider“, räumt der in Aidlingen aufgewachsene Gechinger ein. „Klar, es ist hochpreisige Ware, aber wir hoffen, dass es bei den Kunden gut ankommt“, sagt Virginia Geisler. Schließlich, so die 35-jährige Marktleiterin, sei der vom Weltverband der Bäcker und Konditoren als „weltbester Bäcker des Jahres 2018“ ausgezeichnete Jochen Baier in der Gegend ja sehr gut bekannt.

Voraussichtlich bis Sommer im nächsten Jahr soll die SB-Theke im Aidlinger Rewe in Betrieb bleiben. Sobald Neubau und Umzug abgeschlossen sind, werde dann ein anderer Bäckereibetrieb wieder mit Bedientheke und zusätzlichem Café-Bereich mit Sitzplätzen und Terrasse im Markt eröffnen. Wer das sein wird, will Bühler noch nicht verraten. Nur so viel: Es sei ein regionaler Betrieb, wenn auch nicht mehr mit Bio-Sortiment. „Es ist ein Bäcker von hier. Es ist kein Unbekannter“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Müssen die Aidlinger Kunden ab kommendem Jahr also wieder auf Bio-Backwaren vom Bäcker Baier verzichten? „Das ist noch nicht gesagt. Da gibt es noch keine konkreten Pläne“, erklärt Benedikt Bühler, der zunächst einmal abwarten wolle, wie das Angebot langfristig angenommen wird.