10 Millionen Euro jährlich lässt sich die Stadt das Großreinemachen kosten. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Appelle und Technik allein helfen beim Thema Müll nicht. Dafür hat das Land nun mit einem einheitlichen Bußgeldkatalog den Weg geebnet. Müllsünder müssen es im Geldbeutel spüren, anders funktioniert es nicht, meint Redakteur Thomas Braun.

Stuttgart - Mehr als 20 Jahre, nachdem der frühere OB Wolfgang Schuster (CDU) die bundesweit viel belächelte Aktion „Let’s putz“ erfunden hat, hat sein Nachfolger Fritz Kuhn nun erneut dem Unrat in der Stadt den Kampf angesagt. 10 Millionen Euro jährlich lässt sich die Stadt das Großreinemachen kosten, ein Großteil des Budgets fließt in mehr Personal für den städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb, neue Reinigungsmaschinen und mehr Mülleimer im gesamten Stadtgebiet.

Was bringt die Anti-Müll-Kampagne?

Mindestens genauso wichtig ist es, das Bewusstsein bei Bürgern und Gästen der Landeshauptstadt dafür zu schärfen, dass jeder Einzelne seinen Teil gegen die zunehmende Vermüllung von Straßen, Grünflächen, Spielplätzen und Naherholungsgebieten beitragen kann. Ob die Anti-Müll-Werbekampagne, die die Stadt im Sommer startet, Erfolg beschieden sein wird, darf allerdings angesichts des veränderten Konsumverhaltens mit immer mehr To-go-Angeboten sowie der in Teilen der Gesellschaft vorherrschenden Wegwerfmentalität bezweifelt werden.

Umso notwendiger ist daher die dritte Säule des Konzepts für ein sauberes Stuttgart, nämlich die konsequente Bestrafung von Müllsündern. Dafür hat das Land nun mit einem einheitlichen Bußgeldkatalog den Weg geebnet. Wem mit Appellen nicht beizukommen ist, der muss künftig eben mit teils empfindlichen Geldbußen rechnen. In diesem Dreiklang könnte es gelingen, dem Müll eine Abfuhr zu erteilen.

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