Sauberkeit in Fellbach SPD sagt Einwegbechern den Kampf an

Von Eva Herschmann 

Untragbarer Schandfleck: Der Container-Standort an der Post in der Stuttgarter Straße. Foto: Eva Herschmann
Untragbarer Schandfleck: Der Container-Standort an der Post in der Stuttgarter Straße. Foto: Eva Herschmann

Sozialdemokraten treffen mit der Veranstaltung „Fellbach tipptopp!?“ den Nerv der Bürger. Wo es schmutzig und schmuddelig ist, fühlen sich Fellbachs Bürger unwohl und unsicher. Mit der Veranstaltung im kleinen Saal des Fellbacher Rathauses hatten die Sozialdemokraten den Nerv der Bürger getroffen.

Fellbach - Wo es schmutzig und schmuddelig ist, fühlen sich Fellbachs Bürger unwohl und unsicher. „Sauberkeit und Atmosphäre hängen zusammen, und alle sollen sich wieder wohler und sicherer in der Stadt fühlen“, sagte die SPD-Stadträtin Sybille Mack.

Mit der Veranstaltung „Fellbach tipptopp!?“ am Dienstag im kleinen Saal des Fellbacher Rathauses hatten die Sozialdemokraten den Nerv der Bürger getroffen. Trotz schönstem Biergartenwetter waren gut 30 Interessierte gekommen, die viele Anregungen hatten, die sich auch Baubürgermeisterin Beatrice Soltys sowie Thomas Stengel, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, mit Interesse anhörten.

„Wir alle leben gerne in Fellbach, aber an der einen oder anderen Stelle kann es noch schöner werden“, sagte Sybille Mack. Etwa am Container-Standort bei der Post in der Stuttgarter Straße, den viele Zuhörer als untragbaren Schandfleck brandmarkten.

Elf Mitarbeiter der Stadt sind täglich im Dauereinsatz

Nicht nur den Sozialdemokraten ist aufgefallen, dass die Müllberge wachsen, ebenso wie die Rücksichtslosigkeit gewisser Zeitgenossen, die ihren Unrat überall liegen lassen. Thomas Stengel kann die Entwicklung mit Zahlen belegen. Elf Mitarbeiter der Stadt sind täglich im Dauereinsatz, um 170 Mülleimer zu leeren, 55 Container-Standorte zu reinigen, 100 Bushaltestellen in Ordnung zu bringen und 90 Standorte von Hundekotbeutel-Behältern zu bestücken. „Allein der Bauhof sammelt jede Woche rund 36 Kubikmeter Müll ein, und wir kommen gar nicht jeden Tag überall herum“, sagte Thomas Stengel. Obwohl die Stadt bemüht sei, alle schmutzigen Ecken zu säubern, seien sie froh über Meldungen aus der Bevölkerung. „Denn auch wir sehen nicht immer alles.“

Dass der Dreck zunimmt, diesen Eindruck haben auch die Bürger, und jeder hat schon seine Erfahrungen gemacht. „Zur Spinne kommen die Leute mit Autos gefahren und laden den Müll säckeweise ab“, erzählte einer. Ein anderer fand die Situation rund ums Waldschlössle „unerträglich“ und schlug vor, dass die Stadt mit den Fastfoodketten Kontakt aufnimmt, um diese in die Pflicht zu nehmen und an der Entsorgung zu beteiligen. Auch Bürgermeisterin Soltys weiß, dass der Kappelberg im Sommer teilweise regelrecht vermüllt ist. Sie habe auch schon mal einige Jugendliche darauf angesprochen, dass sie doch ihre Verpackungen wieder mitnehmen sollen, erzählte sie. „Sie haben Ja gesagt, aber natürlich lag am nächsten Tag alles da, und der Bauhof musste kommen.“

Manche gehen sogar noch weiter und sammeln Müll auf

Weniger Müll zu produzieren, darin sind sich alle einig, ist der eigentliche Königsweg. Den Coffee-to-go-Bechern und anderen Mehrwegbehältnissen möchte die SPD den Kampf ansagen. Schließlich gibt es in anderen Kommunen schon Alternativen wie den Stadtbecher, der sich überall befüllen lässt. Auch mit Refill-Stationen, an denen kostenlos Wasser in die eigene Trinkflasche geschöpft wird, könnte eine Menge Abfall eingespart werden, erklärte Sybille Mack. Dass jeder, dem daran gelegen ist, dass die Stadt sauber und ordentlich ist, selbst Vorbild sein muss, ist klar. Manche gehen sogar noch weiter und sammeln Müll auf. „Es gibt die Geo-Cleaner, die mit offenen Augen unterwegs sind und Müll aufheben, wenn sie was finden“, erzählte eine Frau und ergänzte, dass sie das seit geraumer Zeit auch so mache. „Allerdings nur, wenn in der Nähe ein Papierkorb ist, weil ewig trage ich den Dreck von anderen auch nicht mit mir herum.“

Welche politischen Schlüsse die SPD aus der Veranstaltung zieht, will Sybille Mack noch offen lassen. „Wir müssen ohnehin auf verschiedenen Ebenen agieren und an vielen Stellschrauben drehen. Aber es ist schon einmal gut zu wissen, dass sich die Mitarbeiter im Tiefbauamt freuen, wenn man den Dreck meldet.“

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