Gemeinsam mit der SPD-Kandidatin im Kreis, Jasmina Hostert, war die Parteivorsitzende Saskia Esken am Mittwoch auf dem Wochenmarkt in Böblingen. Eine entspannte Angelegenheit.
Es ist eisig kalt am Mittwochmorgen auf dem Wochenmarkt in Böblingen. Am Rande der Lebensmittelstände stehen Schirme in den Farben rot, gelb und grün. Ein klares Zeichen: Der Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange. Vor allem unter dem roten Schirm der SPD wuselt es: Die Bundestagskandidatin Jasmina Hostert bekommt an diesem Morgen Unterstützung von der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken, die sich selbst im Februar für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt zur Wahl stellt.
Verstärkung bekommen die beiden Bundespolitikerinnen vom Stadtverband von der sogenannten AG60Plus, die sich die Interessen älterer Menschen auf die Fahnen schreiben. Fleißig werden von den SPDlern Flyer, Schokolade und heiße Getränke angeboten. Ein paar Marktgänger bleiben stehen, doch viel ist nicht los an diesem Morgen. Ab und zu gibt es Worte der Unterstützung, ein älterer Herr äußert sich allerdings auch kritisch. „Ihr wehrt euch zu wenig“, lässt er gegenüber Saskia Esken verlauten.
Wirtschaftliche Lage, Kita, Sicherheit
Sich in der Kälte auf den Wochenmarkt zu stellen, sei wichtig, um ins Gespräch zu kommen, sagt die Parteivorsitzende, die auf Einladung von Jasmina Hostert nach Böblingen auf den Wochenmarkt gekommen ist. Zwar finden an diesem Morgen in Böblingen kaum tiefgehende politische Diskussionen statt, doch sowohl Jasmina Hostert als auch Saskia Esken finden, dass die Bürgerinnen und Bürger in diesem recht kurzfristigen Wahlkampf großes Interesse an der Politik zeigen. In Gesprächen, die sie bis jetzt geführt hätten, äußerten die Menschen im Wahlkreis Sorgen über die wirtschaftliche Lage oder den Fachkräftemangel im Kitabereich. „Es geht auch viel um Alltagsdinge wie zu hohe Mieten und Lebensmittelpreise“, erzählt Saskia Esken. Immer öfter würden die Menschen ihr gegenüber außerdem Sicherheitsbedenken äußern, sagt Jasmina Hostert. Mit der Wahl von Trump sei die Unsicherheit noch weiter gestiegen, meint die Bundestagsabgeordnete.
Zum Bruch der Ampelkoalition kommen an diesem Morgen in Böblingen von Passanten keine Fragen auf. Tatsächlich seien Grundsatzgespräche bei solchen Terminen eher selten, meint Lukas Häberle, Vorsitzender bei der SPD Böblingen. Einen Unterschied zum letzen Wahlkampf sieht er allerdings darin, dass mehr Menschen die Art und Weise beklagen, wie in Berlin miteinander umgegangen wird.
Eine Marktgängerin, die auf dem Weg zu einem Marktstand einen Flyer in die Hand gedrückt bekommt, begrüßt es, dass sich die Parteien während des Wochenmarktes präsentieren. Einige Fragen hätte sie schon, doch so unvorbereitet auf Politikerinnen zuzugehen würde sie dann doch nicht, erzählt sie. So geht es offenbar vielen an diesem Tag: Die meisten gehen ihrem Einkauf nach, stecken einen Flyer in die Tasche und ziehen weiter – selbst wenn die Bundesvorsitzende der SPD für Fragen bereitsteht.