Die württembergischen Handballclubs SG BBM Bietigheim und HBW Balingen-Weilstetten als künftige Gegner unterstützen das Gaststartrecht für den ukrainischen Meister HK Motor Saporoschje in der zweiten Liga. Es gibt aber auch Kritiker.
Für Bastian Spahlinger, den Geschäftsführer der SG BBM Bietigheim, gibt es keine zwei Meinungen: „Das ist eine schönen Geste der Solidarität.“ Auch für seinen Balinger Kollegen Wolfgang Strobel steht fest: „Das ist ein wunderbares Zeichen, eine gute Sache für den Handball und wertet die Liga auf.“ Andere nennen es „komisch“, „Unfug“ oder „einfach nur irre“: Die Reaktionen haben es in sich, das Sonderstartrecht für den ukrainischen Serienmeister HK Motor Saporoschje in der zweiten Liga löst nicht nur in der Handballszene Diskussionen aus.
Zeichen setzen
Frank Bohmann, einer der Drahtzieher des in den deutschen Profiligen bisher einmaligen Vorgangs, lassen die bösartigen Kommentare und Hassbotschaften kalt. „Man kann immer etwas Schwarzes und etwas Weißes sehen. Diese Sache ist aber ein Akt der Menschlichkeit“, sagte der HBL-Chef und stellte klar: „Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Handballern die Chance geben, ihren Beruf weiter auszuüben.“ Zugleich wolle man das Team, das nur wenige Kilometer von der Frontlinie daheim sei, „vor russischen Raketen schützen“.
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Der Plan der HBL sieht vor, dass das ukrainische Spitzenteam in der kommenden Saison als 20. Mannschaft – allerdings außerhalb der sportlichen Wertung – am Spielbetrieb der zweiten Liga teilnimmt. Düsseldorf sorgt für die Unterbringung der Mannschaft und ihrer Familien. Seine Heimspiele wird Saporoschje, das sich durch den deutschen Ligabetrieb die nötige Spielpraxis für seine Champions-League-Partien holen will, im über 3000 Zuschauer fassenden Castello in Düsseldorf absolvieren.
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Gleiche Herangehensweise
Wolfgang Strobel gibt aber nur eines zu bedenken: „Es muss gewährleistet sein, dass alle Clubs die Spiele gegen Saporoschje gleich ernst nehmen.“ Was er damit sagen will: Es kann nicht sein, dass ein Zweitligist mit einer besseren A-Jugend antritt, um Körner fürs nächste Pflichtspiel zu sparen, andere Clubs in Topbesetzung ins Spiel gehen. Kritik am Plan kam auch aus der Ukraine selbst. Sportlich, sozial und menschlich sei das zwar eine riesige Geschichte, meinte Sascha Gladun, Generalsekretär des ukrainischen Handballverbands. Doch was passiere mit Saporoschje, wenn die ukrainischen Liga wieder starten kann. Derzeit ruht der Spielbetrieb in der Ukraine.
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Bohmann rechnet nicht mit einer raschen Veränderung der Faktenlage. „Es scheint ausgeschlossen, dass im kommenden Jahr ein Wettbewerb in der Ukraine aufgenommen wird“, so der HBL-Chef. Von HK Motor liegt zudem die Zusage vor, die Saison auf alle Fälle in Deutschland zu Ende zu spielen.