Die Sanierung des Gebäudes in Aichwald kostet einer neuen Berechnung zufolge eine Million Euro mehr als zunächst gedacht.
Aichwald - Die alte Sporthalle ist das letzte Gebäude im Schulzentrum Schanbach, das noch nicht saniert ist. Den Grundsatzbeschluss, das anzugehen, hat der Gemeinderat Aichwald vor knapp zwei Jahren getroffen. Damals war klar, dass sich der Bund mit einer erklecklichen Summe beteiligen würde. Unter anderem sollen Dach, Hallenboden, Umkleiden und Sanitärräume des 70er-Jahre-Bauwerks erneuert werden. Diese Woche galt es, den Baubeschluss zu treffen. Doch die Mehrheit im Gemeinderat ruderte zurück und beschloss, die Entscheidung auf eine der zwei kommenden Sitzungen zu vertagen. Grund ist die neue Kostenberechnung des beauftragten Planungsbüros, die erheblich über der ersten Schätzung lag: 2018 war man von rund 2,3 Millionen Euro ausgegangen. Die Rechnung, die Wolfgang Vögele vom Büro Vögele und Hallmaier Architekten aus Stuttgart vorstellte, sieht nun 3,3 Millionen Euro vor.
Neue Anforderungen steigern Kosten
Vögele begründete den Sprung um eine Million Euro einerseits mit Preissteigerungen im Bausektor von mehr als 20 Prozent seit 2018. Weitere Gründe sind Anforderungen an das Gebäude, die in der ersten Kostenberechnung nicht aufgeführt waren. Dazu gehören unter anderem Prallwände, die nachgeben, Verletzungsgefahr verringern und mit voraussichtlich 130 000 Euro zu Buche schlagen. Und ein Geländer an der Galerie, das erneuert werden muss. Kostenpunkt: 37 000 Euro.
„Geschockt“ ob der Preissteigerungen zeigte sich nicht nur der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Albert Kamm. CDU-Sprecher Volker Haug verwies auf den Druck der Gemeinde, aufgrund der zunehmend angespannten Haushaltslage, Wünschenswertes von Notwendigem zu unterscheiden. Das habe er in der Präsentation der Kostenberechnung nicht rausgehört. Auch Hans-Ulrich Richter, Vorsitzender der SPD-Fraktion sagte: „Wir müssen alles tun, um Kosten zu sparen.“ Mehrere Räte hinterfragten insbesondere die Notwendigkeit des neuen Glasgeländers, das es vielleicht auch günstiger gebe. Und auch die Prellwände wurden in Frage gestellt. Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Walter Knapp, wollte wissen, wie viel ein Neubau kosten würde.
Vögele beteuerte, nichts sei unnötig. Er sehe wenig Einsparpotenzial. Zwar könne man das Glasgeländer durch eine günstigere Variante ersetzen, das senke die Kosten aber nur um etwa 5000 Euro. Die Prallwände wiederum seien gesetzlich vorgeschrieben. Und ein Neubau komme die Gemeinde sicherlich teurer als die Sanierung. „Ich möchte mich deutlich gegen den Vorwurf verwehren, dass wir hier eine große Nice-to-have-Veranstaltung machen“, kritisierte Bauamtsleiter Ansgar Voorwold. Die Devise in der Gemeinde sei immer gewesen, nicht übertrieben teuer zu sanieren, aber nachhaltig. Angesichts der Frage von Volker Haug, wie dringend die Sanierung sei und ob sie sich nicht angesichts des ebenfalls anstehenden Neubaus von Schule und Kita in Aichschieß verschieben lasse, betonte Voorwold, dass die Traglast der Decke der Turnhalle infrage steht und das Gebäude bei viel Schneefall gesperrt werden müsse. Zudem laufe irgendwann die Förderung von einer Million Euro aus – bis Ende 2023 muss das Projekt fertig gestellt sein.
Einige Räte gegen Aufschub
Auf Antrag der CDU-Fraktion entschied der Gemeinderat mit zehn Für- und acht Gegenstimmen, die Entscheidung zu vertagen, um Zeit zu haben, das Projekt zu überdenken. Niko Seifried (FDP) bat die Gemeindeverwaltung, alle Potenziale zur Einsparung aufzulisten. „Jeder weiß, je länger wir warten, desto teurer wird das Projekt“, kritisierte dagegen Jochen Wieland (Freie Wähler).