Die Verbesserung der Nahversorgung ist eines der Ziele der Stadtteilsanierung. Foto: dpa/Jens Büttner

Wegen der Corona-Krise ist die Stadtteilsanierung ins Stocken geraten. Die noch jungen Projektgruppen dürfen sich aktuell nicht treffen. Doch vieles ist bereits angestoßen. Darüber informieren ab sofort eine Internetseite und regelmäßige E-Mails.

Kaltental - Der Stadtteil soll schöner werden. Dafür gibt es Geld aus dem Haushalt der Stadt Stuttgart und Fördermittel von Bund und Land. Denn seit 2018 ist Kaltental ein Sanierungsgebiet. Vor der Pandemie haben die Bürger gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Büro Steg Stadtentwicklung schon einiges angeleiert. Ein Überblick.

Die ersten Schritte

Etwa 200 Personen kamen im Juli 2019 zum offiziellen Startschuss für das Sanierungsgebiet. An verschiedenen Thementischen sammelten sie erste Ideen und bildeten Projektgruppen. Kurze Zeit später wurde die Koordinationsgruppe gegründet. Ihr gehören neben Vertretern der Steg und der Stadtverwaltung auch Bezirksbeiräte und Bürger an. So soll sie sicherstellen, dass die Bürgerbeteiligung in der Breite gelebt wird und alle einbezogen werden. Außerdem entscheidet die Koordinationsgruppe über die Verteilung des Geldes aus dem Verfügungsfonds. Im November 2019 war das erste Treffen zum Thema „Zusammenleben und Soziales“. Gemeinsam wurde eine Übersicht aller Angebote und der dazugehörigen Veranstaltungsorte im Sanierungsgebiet erarbeitet und auf einer Karte verortet.

Geld für kleine Projekte

Aus dem Verfügungsfonds können kleine Projekte aus der Bürgerschaft gefördert werden, die nichts mit Bauen zu tun haben. Es geht also ums Soziale. Die mit jeweils maximal 1000 Euro geförderten Projekte sollen die Sanierungsziele unterstützen. Die Koordinierungsgruppe hat 2019 bereits sieben Projekte bewilligt, so zum Beispiel eine Straßenmalaktion für Kinder. Weitere Ideen sind gefragt.

Sorgenkind Nahversorgung

Eines der Sanierungsziele ist die Stärkung der Nahversorgung. Dazu sollen neue Läden angesiedelt und die noch vorhandenen Geschäfte gestärkt werden. Deshalb wurden mit den örtlichen Einzelhändlern Gespräche geführt, um deren Bedürfnisse und Pläne auszuloten. Zudem hat die Stadtverwaltung verschiedene Lebensmittelketten angeschrieben und gefragt, ob sie sich am Standort Kaltental ein Geschäft vorstellen könnten. „Wir wollten wissen, ob es sich lohnt, das Thema weiterzuverfolgen“, sagt Altraut Schiller vom Amt für Stadterneuerung. Und die meisten hätten Ja gesagt. „Das ist ein Ansatz, mit dem wir weiterarbeiten können. Nun aber brauchen wir ein umfangreicheres Einzelhandelsgutachten“, sagt Schiller.

Stadt kauft Grundstücke

Um die Sanierungsziele zu erreichen, kann die Kommune einzelne Grundstücke kaufen und im Sinne der Bürger entwickeln. Erworben hat die Stadt Stuttgart bereits das denkmalgeschützte Gebäude „Alte Meierei“ an der Burgstraße 34. Es ist das älteste Haus im Stadtteil. Dort soll künftig ein Treffpunkt für die Bürger entstehen, geplant sei eine „öffentliche Nutzung“ sagt Schiller. Auch das Gebäude am Dreiecksplätzle, in dem sich der BW-Bank-Schalter befindet, gehört mittlerweile der Stadt. Dort soll mittelfristig das Stadtteilbüro eingerichtet werden, eine Art Treffpunkt und Besprechungsraum für die verschiedenen Projektgruppen.

Schönerer Bolzplatz gewünscht

Der Bolzplatz an der Freudenstädter Straße ist in die Jahre gekommen. Er sollte eines der ersten Projekte im Rahmen des Sanierungsprogramms sein. Doch das ist nicht so einfach. Denn aufgrund hoher Anforderungen an den Lärmschutz ist eine Sanierung des Bolzplatzes nach derzeitiger Rechtslage sehr aufwendig. So müsste zum Beispiel eine hohe Lärmschutzwand gebaut werden. Die „Zukunftswerkstatt Kaltental“ hat darum im Oktober 2019 eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie fordert das Land auf, die im Bundeslärmschutzgesetz vorhandenen Spielräume zu nutzen und bei den Bolzplätzen ähnlich wie bei Kinderspielplätzen die Lärmschutzgrenzen anzuheben. Das Amt für Stadterneuerung und die Steg wollen das Thema gemeinsam mit den Bürgern weiterverfolgen, allerdings stehe es auf der Prioritätenliste aktuell nicht mehr ganz oben, sagt Schiller.

Weitere Informationen zum Sanierungsgebiet und zum Newsletter stehen im Internet unter https://www.sanierung-kaltental.de

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