Rund 40 Teilnehmer haben sich am jüngsten Workshop beteiligt. Foto: privat

Die Ergebnisse der Verkehrszählung liegen nun vor. Im Februar sollen Lösungen präsentiert werden.

Stuttgart-Botnang - Staus, wilde Ausweichmanöver über den Gehweg, Beschimpfungen, aggressives Beschleunigen und Hupkonzerte: An vielen Stellen in Botnang gehören diese Szenen zur Tagesordnung. Auch Michael Grossmann kennt solche Vorkommnisse nur zu gut. Er wohnt mit seiner Familie an der Vaihinger Landstraße. Vor allem morgens zwischen 7 und 8.30 Uhr sowie abends zwischen 17 und 18.30 Uhr seien der Verkehr und die Begleiterscheinungen für die Anwohner nur schwer zu ertragen. Das Problem sei definitiv der massive Schleichverkehr, der Richtung Feuerbach, Sindelfingen, Stuttgart-West oder Leonberg unterwegs sei. Aber auch Fahrzeuge mit Pforzheimer, Esslinger oder Böblinger Kennzeichen seien auf der Vaihinger Landstraße keine Seltenheit. „Die Straße ist allerdings zu schmal für diese Menge an Verkehr“, betont Grossmann. „Aber die Anwohner in der Hummelberg- oder Brucknerstraße haben mindestens genauso große Probleme mit dem Schleichverkehr wie wir.“

Seit Monaten wartet Grossmann darauf, dass die Stadtverwaltung Ergebnisse präsentiert, um vor Ort für eine Verbesserung zu sorgen. Doch von heute auf morgen wird sich die Situation nicht zum Positiven verändern lassen. Das wurde auch am Mittwoch im Bürgerhaus noch einmal klar. Die Themengruppe Verkehr, die sich im Rahmen des Sanierungsgebietes Botnang 1 gebildet hat, hatte sich getroffen. Das Ingenieurbüro für Verkehrswesen Koehler und Leutwein aus Karlsruhe war beauftragt gewesen, Verkehrszählungen durchzuführen. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert. „Die Auswertung hat nicht überrascht. Aber die Eindrücke wurden bestätigt“, sagte Mina Smakaj nach der Veranstaltung. An den kniffligen Stellen sei definitiv der Durchgangsverkehr das Problem – teilweise liegt der Wert sogar bei mehr als 80 Prozent.

Konkret ergaben die Messungen am 10. Oktober dieses Jahres, dass am Knotenpunkt Vaihinger Landstraße/Brucknerstraße pro Tag und Fahrtrichtung bis zu 5300 Autos gezählt werden. Auch mitten im Zentrum rund um die Alte Stuttgarter Straße klagen Anwohner immer wieder über den Verkehr. Manche Autofahrer seien zu schnell und würden teilweise die Kinder auf dem Weg zur Franz-Schubert-Grundschule gefährden. Rund 2600 Autos sind täglich auf der Eltinger Straße Richtung Franz-Schubert und Alte Stuttgarter Straße unterwegs sein, ergaben die Zählungen.

Doch was passiert nun, nachdem die Verkehrszählungen durchgeführt wurden? „Entscheidungen gibt es noch keine“, sagt Smakaj. „Große Veränderungen wird es wohl erst in drei bis fünf Jahren geben.“ Die Vorschläge aus der Bevölkerung wie Parkverbote, der Umbau von Kreuzungen oder die Verbreiterung von Gehwegen werden nun erst einmal vom Ingenieurbüro genauer unter die Lupe genommen. „Im Februar werden in Botnang dann ein bis zwei Szenarien aufgezeigt – mit Vor- und Nachteilen und was es für Konsequenzen für Bäume und Stellplätze haben würde“, sagt Martin Holch vom Amt für Stadtplanung und Wohnen auf Nachfrage unserer Zeitung. Dann müssen die Varianten in die politischen Gremien. Man werde aber versuchen, dass zumindest kleinere Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden.

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