Die Stuttgarter Oper ist sanierungsbedürftig. Foto: dpa

Um die Sanierung der Stuttgarter Oper wird gerungen. Nun warnt der kürzlich gegründete Verien Aufbruch Stuttgart vor einem drohenden Milliardengrab.

Stuttgart - Die Initiative „Aufbruch Stuttgart“ hat vor einem „Millionengrab“ bei der Sanierung des Opernhauses gewarnt und erstmals eine Abkehr von den bisherigen Plänen gefordert. Die Generalsanierung des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes samt Verschiebung der Außenmauern um sechs Meter und die Einrichtung einer Übergangsspielstätte für mehrere Jahre drohe am Ende mehr als eine Milliarde Euro zu kosten, warnte die Initiative am Dienstag nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die bis jetzt favorisierte Lösung sei nach den Schätzungen des Vereins finanziell nicht verantwortbar. Zudem bringe sie städtebaulich keinen Mehrwert.

Land und Stadt hatten die Kostenzuletzt stets mit mehr als 400 Millionen Euro angegeben. Eine endgültige Schätzung gibt es dort noch nicht. Idee des „Aufbruchs“ wäre es nun, teilte Initiator und Vereinsvorsitzender Wieland Backes mit, das Opernhaus „gemäßigt“ zu sanieren, um es für Konzerte und Ballettaufführungen zu nutzen. Nebenan auf dem Geländes des Königin-Katharina-Stifts könne dann eine neue Oper gebaut werden, womöglich unter Einbeziehung des historischen Gebäudes. Die Initiative beschloss, einen Ideenwettbewerb dafür auszuschreiben, um die Debatte zu „befeuern“.

Die Initiative ist auf 720 Mitglieder gewachsen. Die Initiatoren, darunter etliche Kulturschaffende oder Architekten, stören sich an vermeintlichen Bausünden als Erbe des Automobilzeitalters und werben überparteilich für ein anderes Image der Stadt.

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