Jugendhaus Mitte Foto: Hörner

Bis Mitte 2011 wird saniert - Veranstaltungen finden in Clubs und anderen Häusern statt.  

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STUTTGART. Eine Traditionseinrichtung in der Landeshauptstadt ist in die Jahre gekommen und braucht eine gründliche Kur: Das Jugendhaus Mitte an der Hohen Straße bleibt deshalb von heute an mehr als ein Jahr lang bis zum 30. Juni 2011 geschlossen.

Drei Millionen Euro stehen für die Sanierung zur Verfügung, eine Million davon kommt aus dem Zukunfts-Investitionsprogramm des Bundes. Am gestrigen Mittwoch verschickte der Jugendhausverein die Nachricht, dass deshalb die Türen geschlossen bleiben.

Seit 1952 besteht die Einrichtung, die bereits mehrfach modernisiert und ausgebaut worden ist. Jetzt muss das Haus umfassend energetisch saniert werden, außerdem genügt der Feuer- und Brandschutz nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen.

"Bei der Gelegenheit können wir gleich unsere Küche erweitern", sagt Hausleiter Georg Wittner. Schüler, Lehrer und Angestellte aus den umliegenden Büros schätzen den günstigen Mittagstisch in der Hohen Straße 9 und auch die Möglichkeit, ihr Essen im Sommer in dem grünen Innenhof einzunehmen. Bei schönem Wetter würden wesentlich mehr als die durchschnittlich 80 Essen nachgefragt, sagt Wittner. Darauf müssen die Beschäftigten aus den umliegenden Büros nun an den Wochentagen bis 30. Juni 2011 verzichten.

"Unsere Arbeit geht in dieser Zeit natürlich weiter, und wir bleiben dem Stadtteil Mitte erhalten. Weitere Infos hierzu erfahrt ihr in Kürze auf unserer Homepage", teilt das Jugendhaus im Netz mit. Die Konzerte des Club Central beispielsweise, die immer am Wochenende stattgefunden haben, werden in anderen Jugendhäusern, im Landespavillon und in verschiedenen befreundeten Clubs stattfinden.

Wer Angebote aus den Werkstätten wahrnimmt, sich beispielsweise mit Siebdruck oder Fotos beschäftigt, wird ebenfalls auf umliegende Jugendhäuser verwiesen. Die Kollegen stellen zudem Räume für die Bands zur Verfügung, die sich regelmäßig in Mitte zum Proben getroffen hatten. Tradition hat in Wittners Haus auch der Poetry-Slam, der ein Jahr lang ebenfalls an anderen Spielstätten über die Bühne gehen muss.

Zur Firnhaberstraße hin, wo das Ballspielfeld des Jugendhauses liegt, wird der Einrichtung mehr Platz zugeschlagen. "Dort fallen einige Parkplätze weg, so dass wir im Zusammenhang mit dem Umbau des Hospitalviertels einen größeren Eingangsbereich anlegen können", sagt Wittner.

Für die Jugendlichen ist gesorgt, die sieben Mitarbeiter aber wissen noch nicht, wo sie ihre Büros aufschlagen können. "Für Interimsräume steht kein Geld zur Verfügung, zurzeit wird darüber verhandelt, ob uns das Filmhaus während des Umbaus kostenlos überlassen wird", hofft Wittner auf eine Lösung; die Jugendarbeit im Bezirk sollte auch während des Umbaus weitergehen.

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