Die Hauptverkehrsader Münchingens soll bald wieder zur Großbaustelle werden. Bei der Sanierung der Stuttgarter Straße richtet sich der Blick nun ortseinwärts. Erneut sind die Bürger gefragt.
Die Stadt Korntal-Münchingen saniert im Idealfall im Frühjahr nächsten Jahres den zweiten Teil der Münchinger Ortsdurchfahrt. Nachdem der erste Bauabschnitt der Stuttgarter Straße rund um den neuen Supermarkt Edeka zwischen der Kronen- und der Danziger Straße beendet ist, richtet sich der Blick nun ortseinwärts, über den Stiegel- und Wetteplatz bis zur Hauptstraße. Für die Neugestaltung sind 4,86 Millionen Euro im Investitionshaushalt veranschlagt. Für die Erneuerung der Wasserleitung stehen weitere 400 000 Euro im Haushalt der Stadtwerke zur Verfügung.
Im Jahr 2021 rief die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger auf, mitzubestimmen, wie die Stuttgarter Straße einmal aussieht. Die Anregungen und Wünsche flossen in den Wettbewerb mit ein, den das Freiburger Büro Faktorgruen Landschaftsarchitekten mit der IGV Ingenieur Gesellschaft Verkehr Stuttgart gewonnen hatte.
Mitmach-Inseln stehen bereit
Jetzt ist die Bevölkerung erneut gefragt. An diesem Montag, 24. Februar, findet im Widdumhof in Münchingen von 18 bis 20 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. „Diese Form der Bürgerbeteiligung war auch für uns außergewöhnlich und anspruchsvoll“, blickt die Rathaussprecherin Benita Röser auf die Aktionen im Jahr 2021 zurück. Der erste Bauabschnitt mit einer Länge von 300 Metern sei geschafft, „und wir möchten Feedback aus der Bürgerschaft, was gut gelungen ist und was noch verbessert werden könnte. Außerdem möchten wir über den aktuellen Stand berichten sowie über das weitere Vorgehen informieren.“ An Mitmach-Inseln können die Bürger Ideen zu Themen einbringen: Ausstattung, Begrünung, Öffentliches/Verkehr und Oberflächen.
Die Stadtverwaltung ist nach eigenem Bekunden „sehr zufrieden“ mit der Umsetzung der bisherigen Planung. Mit dem neuen Vollsortimenter zeige sich Münchingen von einer neuen und frischen Seite. Der innerörtliche Bereich in der Nähe des Stadtkerns habe damit eine deutliche Aufwertung und mehr Aufenthaltsqualität erfahren. Die breiten Gehwege und die schmalere Straße würden die Verkehrsbeziehungen in ein gutes Verhältnis setzen, und dem Fuß- und Radwegeverkehr werde damit mehr Bedeutung zugemessen. „Wir haben bislang viele positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft erhalten. Auch die kalkulierten Kosten konnten im Wesentlichen gehalten werden“, berichtet die Rathaussprecherin. In den ersten Abschnitt investierte die Stadt mehr als zwei Millionen Euro.
Pflanzbeete statt Bäume
Gleichwohl, Kritik blieb nicht aus. Im September äußerten im Technikausschuss einige Mitglieder Unmut, weil wegen – vorher nicht bekannten – Leitungen im Boden weniger Bäume gepflanzt wurden als vorgesehen. Stattdessen hat es mittlerweile mehrere Pflanzbeete. „Die Wurzeln gründen hier weniger tief“, sagt Benita Röser von der Stadt. Wirbel gab es darüber hinaus wegen Parkplätzen gegenüber der um ein paar Meter verlegten Bushaltestelle Ziegeleistraße. Sie waren plötzlich da, sollte es aber eigentlich nicht geben, weil sie den Verkehr zum Erliegen bringen, wenn ein Bus stoppt und gleichzeitig Autos parken. Das Thema hat sich inzwischen erledigt, die Parkplätze sind passé.
Noch vor der Sommerpause soll der Gemeinderat den Baubeschluss für den zweiten Abschnitt fassen. Dann werden im Herbst die Arbeiten ausgeschrieben.
Fokus liegt auf den zwei Plätzen
Insgesamt erhält die Ortsdurchfahrt von der Kreuzung Hauptstraße im Westen bis zu den Bahngleisen im Osten Münchingens – eine Strecke von rund 780 Metern – ein neues Gesicht. Das Ziel ist es, dass sich auf der Stuttgarter Straße vor allen Dingen auch Fußgänger und Radler wohlfühlen. Der Fokus liege auf den Plätzen, wo es eine deutliche Aufwertung gebe, um das Ortsbild zu stärken. Wasserspiele entstehen am Wette- und am Stiegelplatz ebenso wie Sitzmöglichkeiten, viele Bäume werden gepflanzt. Für den zweiten und dritten Bauabschnitt sind insgesamt 7,8 Millionen Euro veranschlagt.