Der Wasserschaden am Gebäude ist zwar beträchtlich, aber laut Hochbauamt hat die Statik noch nicht gelitten. Foto: Georg Linsenmann

Eine böse Überraschung für die Stadtverwaltung hat der Kleine Kursaal parat. Das Dach ist beschädigt und muss saniert werden, durch die eindringende Feuchtigkeit haben sich bereits Pilze und Schimmel gebildet. Noch suchen Experten nach der genauen Ursache des Wasserschadens.

Bad Cannstatt - Wasser geht oft sehr eigene und sehr geheime Wege. Und wenn das über einen längeren Zeitraum geschieht, dann kann das an Bauwerken ganz erhebliche Schäden verursachen. Eben dies ist mit dem Dachstuhl über dem Kleinen Kursaal passiert: „Da ist wohl über die Jahre kontinuierlich Wasser eingetreten ohne dass es bemerkt wurde“, sagt Markus Hartung von der Abteilung Bau­unterhaltung des Hochbauamtes auf Nachfrage unserer Zeitung. Zuletzt ist 2007 am Kleinen Kursaal etwas saniert worden, wobei aber am Dach nichts gemacht wurde. „Schäden“, so Axel Wolf vom Amt für Liegenschaften und Wohnen, „waren damals keine erkennbar.“

Aufgekommen ist die aktuelle Malaise nun, als Mitarbeitern des Hochbauamtes im Fassadenbereich Risse und Abblätterungen im Wandverputz aufgefallen sind, außerdem Schäden in der Decke des Obergeschosses. Wo und wie genau das Wasser in den Dachstuhl dringt, ob über die Ziegelbedeckung des Daches oder im Bereich der Blechverkleidung, das sei noch nicht klar: „Das wird derzeit untersucht. Wir müssen für die Fehlerbehebung die genaue Ursache kennen und hoffen, dass wir in ein bis zwei Wochen soweit sind“, erklärt Hartung.

Schimmel- und Pilzbildung

Klar ist aber schon jetzt der immense Schaden, den das eindringende Wasser verursacht hat: „Die Feuchtigkeit hat zu Schimmel- und Pilzbildung geführt und zumindest Teile des Gebälkes in der Substanz geschädigt“, sagt Hartung. Auf jeden Fall betroffen sind Sparren im Traufbereich, möglicherweise aber auch Stützen und Gebälk, die tiefer hinein in die Holzkonstruktion des Dachstuhles reichen: „Man kann jetzt schon sagen, dass der Schaden nicht mit einfachen Reparaturmaßnahmen behoben werden kann. Es ist möglich, dass wir das Dach samt dem zugehörigen Dachstuhl komplett erneuern müssen. Das wird eine richtige Sanierung.“

Hartung stellt aber klar: „Es ist nichts eingebrochen, auch die Statik von Dach und Gebäude sind nicht gefährdet.“ Dass der kleine Kursaal drei Tage lang für alle Veranstaltungen gesperrt war, sei „eine reine Vorsichtsmaßnahme“ gewesen. Der Aufbau eines gebäudehohen Gerüstes, das nun bis auf weiteres die Optik des denkmalgeschützten Ensembles prägen wird, war nötig, um der Ursache des Schadens auf den Grund gehen zu können. Unabhängig von der genauen Schadensursache gibt es für Hartung keinen Zweifel daran, „dass der Schaden schnellstmöglich behoben werden muss“. In der Winterzeit könne man das allerdings nicht angehen: „Wir werden das aber wohl im Frühjahr kommenden Jahres in Angriff nehmen.“ Eine Einschätzung, die auch Wolf bestätigt: „Nach den derzeitigen Erkenntnissen werden wir nicht umhin kommen, das nächstes Jahr zu machen.“ Ein genauer Zeitplan werde aber erstellt, wenn die präzise Analyse vorliege.

Finanzierung der Sanierung muss geklärt werden

Dann kann auch berechnet werden, wie hoch die Kosten für die Sanierung ausfallen werden. Die halbe Million Euro, die Finanzbürgermeister Michael Föll bereits genannt hatte, bezeichnete Axel Wolf nun als „eine erste Hausnummer“. Doch auch Wolf befürchtet, „dass es teuer wird, wenn wir die gesamt Konstruktion erneuern müssen“. So nennt er den Sanierungsfall Kleiner Kursaal „eine böse Überraschung“. Denn finanziert werden muss die Sanierung aus dem Budget für den laufenden Bauunterhalt: „Wir werden dann den Etat durchforsten müssen, was wir zugunsten der Sanierung an anderswo geplanten Maßnahmen eventuell auf einen späteren Zeitpunkt schieben können. Aber damit beschäftigen wir uns erst, wenn der konkrete Umfang des Sanierungsbedarfes feststeht“, erklärte. Nach der Erstellung eines Sanierungskonzeptes sei „der nächste Schritt, sich um die nötigen Mittel zu kümmern“.

Eines aber betont Wolf schon jetzt: „Wir wollen die Sanierung so gestalten, dass der laufende Betrieb und die Gastronomie möglichst wenig beeinträchtigt werden.“

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