Ein akuter Sanierungsfall: das Sindelfinger Hallenbad Foto: factum/Granville

Für 2,3 Millionen Euro muss die Technik im Hallenbad erneuert werden – parallel zur Debatte über die Zukunft des Badezentrums. Im Sommer 2018 steht eine längere Schließzeit an.

Sindelfingen - Bereits vor neun Jahren stand die Technik auf dem Sanierungsplan für das Sindelfinger Hallenbad. Nun lässt sich die Investition nicht mehr aufschieben: Für rund 2,3 Millionen Euro müssen die Lüftung und die Wärmeverteilung, die Mess- und Regeltechnik, die Schaltschränke und Kabeltrassen sowie der Brandschutz auf Vordermann gebracht werden. Das städtische Sportamt will die Bauarbeiten in einem Aufwasch erledigen, weshalb das Hallenbad von Mai bis September 2018 für mindestens viereinhalb Monate geschlossen wird. „Es sind Anlagen dabei, die von einem Tag auf den anderen ausfallen können“, erklärte die Baubürgermeisterin Corinna Clemens die Dringlichkeit der Investition. Parallel dazu will sich die Verwaltung nun wieder verstärkt um die Entwicklung des ins Stocken geratenen Bäderkonzepts kümmern.

Die Technik ist rund 40 jahre alt

Die Anlagentechnik stamme überwiegend aus der Bauzeit des 40 Jahre alten Hallenbads, begründete das Sport- und Bäderamt die Sanierung. Der Wirkungsgrad der Lüftungsanlage ist beispielsweise „sehr schlecht und nach heutigen Vorschriften nicht mehr zulässig“. Und wenn der ebenso in die Jahre gekommene Rechner für die Zentralsteuerung der Technik ausfalle, „kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Badebetriebs bis hin zu einer Schließung der Schwimmhalle kommen“. Seit 2008 sind zwar schon mehrere Modernisierungen gelaufen, wie am Dach des Gebäudes oder an einigen Lüftungsanlagen. Diese Arbeiten konnten meist während der vierwöchigen Schließzeit im Sommer erledigt werden. Nun steht aber eine komplexere Aufgabe an, für die das Amt die gesamte Freibadsaison nutzen will.

Mit den betroffenen Nutzern wie Schulen, Vereinen und Pächtern führt die Verwaltung noch Gespräche. Als Ausweichquartiere stehen in Sindelfingen neben dem Freibad noch das Gartenhallenbad im Stadtteil Maichingen und das Klostergartenbad zur Verfügung. Im Ausschuss für Technik und Umwelt erhielt der Plan der Verwaltung große Zustimmung. Eine kompakte Schließzeit wurde allgemein für besser gehalten als sich über mehrere Jahre hinziehende Bauarbeiten.

Sanierung ist kein Vorgriff auf das Bäderkonzept

Richard Pitterle stimmte als einziger Stadtrat (Linke) gegen den Sanierungsplan: Er will das Bäderkonzept abwarten, damit die Investition am Ende nicht vergeblich ist, weil die Gerätschaften möglicherweise nicht mehr passen. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung drei Varianten zur Entwicklung des Badezentrums vorgestellt. Melanie Erlauer, die kommissarische Leiterin des Sport- und Bäderamts erklärte jedoch, dass die Sanierung der Technik unabhängig von der Entwicklung des Badezentrums zu sehen sei. Außerdem habe die Verwaltung von Anfang an klargestellt, dass das 50-Meter-Sportschwimmbecken gehalten werden solle, weshalb die Ausstattung auch künftig gebraucht werde. Und bis tatsächlich ein Bagger für einen möglichen Umbau des Badezentrums anrollt, würde sicher einige Zeit vergehen, ergänzt die Stadtsprecherin Nadine Izquierdo. Momentan würden noch einige Untersuchungen gemacht. Ihrer Auskunft nach soll das Bäderkonzept aber dieses Jahr in die Gremien kommen.

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