In Pamplona werden bei den traditionellen "Samfermines" die Stiere durch enge Gassen gehetzt. Foto: dpa

Tierschützer protestieren, doch alljährlich finden sich massenhaft Wagemutige, die bei der Stierhatz von Pamplona ihr Leben riskieren. Leidtragende sind die Tiere, doch die Spanier berufen sich auf die Tradition.

Pamplona - Alljährlich im Sommer bietet sich in Pamplona das gleiche Bild: Stiere werden durch die engen Gassen der Stadt zur Arena gejagt, wo sie am Abend von Toreros getötet werden. Was Tierschützer als sinnloses Abschlachten kritisieren, ist für Tausende Besucher aus aller Welt ein unvergessliches Erlebnis.

Nach dem siebten und vorletzten Hatzrennen durch die engen Gassen der nordspanischen Stadt wurden am Montag 57 Menschen ärztlich behandelt. Drei von ihnen seien ernsthaft verletzt worden, teilte das Rote Kreuz mit. Die besonders gefürchteten Hornstöße trafen diesmal zwei der Läufer in. Andere Teilnehmer seien ohnmächtig geworden, andere hatten Verstauchungen oder seien von Mitläufern bei Stürzen verletzt worden.

Die „Sanfermines“ sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet. Bei dem lebensgefährlichen Spektakel werden bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und mehrere zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt. Hunderte wagemutige oder leichtsinnige Männer, die „Mozos“, rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her. Als einzige „Waffe“, um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.

Jedes Jahr werden in den engen Gassen Dutzende verletzt. Seit 1924 gab es 15 Todesopfer, das letzte 2009.

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