Am Samstag, 27. September, findet in der Sammlerecke Esslingen wieder der Manga-Day statt.. Foto: Markus Brändli

Am Manga-Day verschenkt die Esslinger Sammlerecke am Samstag wieder Comichefte. Zu kaufen gibt es auch welche, die mehrere Tausend Euro kosten. Was liegt bei Sammlern derzeit im Trend?

Comic-Fans dürfen sich am Samstag, 27. September, bis zu sechs Manga-Hefte anlässlich des Manga-Day gratis bei der Esslinger Sammlerecke mitnehmen. Auswählen kann man aus 28 für diesen Anlass gedruckten Ausgaben. Manche Hefte bekommt man geschenkt, für andere zahlt man mitunter Tausende Euro. Worauf kommt es beim Sammeln an und was ist der Jackpot der Dachbodenfunde?

 

In seiner fast 40 Jahre andauernden Händlerkarriere hat sich Frieder Maier einen Bestand von fast zwei Millionen Heften und Büchern in seinem Laden aufgebaut. Jetzt ist die Sammlerecke in Esslingen Europas größte Comic-Buchhandlung. Von der Idee, Comics an Aktionstagen zu verschenken, sei er anfangs alles andere als begeistert gewesen. Aber die Veranstaltungen würden derart gut angenommen, dass es sich letztlich doch lohne. Die Besucher würden meist nicht nur die Gratishefte mitnehmen, sondern auch anderweitig fündig werden. Maier weiß, worauf es beim Handel mit Comics ankommt.

Man kann sie durchaus als Wertanlage nutzen, sagt er. Aber dazu müsse man die Trends kennen und genau beobachten. „Es geht darum, rechtzeitig zu kaufen und auch wieder zu verkaufen“, sagt Maier. Mit Simpsons-Comics habe man einst „fette Gewinne“ machen können. Inzwischen seien sie irrelevant. Ähnlich verhalte es sich mit Romanheften wie John Sinclair. Derzeit seien Comics im Trend, die aus Serien und Filmen der 70er-Jahre entstanden seien wie Captain Future, Star Wars oder Masters of the Universe.

Welches ist das teuerste Comic-Heft in der Sammlerecke Esslingen?

Die Frage nach dem Traumfund, der auf dem Dachboden schlummern könnte, kann Sohn Julian Maier schnell beantworten. Vor zwei Jahren ist er als zukünftiger Nachfolger in den Betrieb eingestiegen: Das teuerste deutsche Comicheft sei die Erstausgabe von Micky Maus. Die koste in Topzustand etwa 50 000 Euro. Sie hätten aber nur ein Exemplar, das zwischen 25 000 und 30 000 Euro wert sei. „Von amerikanischen Verhältnissen sind wir aber weit weg, wo bei Auktionen für Erstauflagen Millionenbeträge bezahlt werden“, sagt Julian Maier. Allgemein sei der Zustand entscheidend für den Wert. Die Preise finde man im Deutschen Comic Preiskatalog, an dem die Sammlerecke jährlich mitarbeitet.

Foto: Markus Brändli

Experte aus Esslingen empfiehlt: „gestandene Comics kaufen“

Frieder Maier empfiehlt, Comics zu kaufen, die schon ein gewisses Alter haben. Limitierte Neuerscheinungen würden sich eher nicht lohnen. „Kauft man sich ein Comic für vier Euro und verkauft es später für neun, macht man zwar Gewinn, aber es ist was anderes, wenn man ein Comic für 4000 Euro kauft und es später für fünf oder sechstausend wieder verkauft“, sagt er. Am sichersten sei es, „gestandene Comics“ zu kaufen. Also Erstauflagen von beispielsweise Batman, Spiderman oder Superman. Also Reihen, die schon seit Jahrzehnten konstant gut laufen. „Erstauflagen und Originale bleiben immer die Ersten einer Reihe. Bei neuen limitierten Editionen ist es oft so, dass sie zwar kurz im Wert steigen, aber dann auch schnell wieder fallen“, ergänzt Julian Maier.

Beim Manga-Day gibt es einen Comic-Flohmarkt und mehrere Künstler sind in der Sammlerecke (Daimlerstraße 8, Esslingen) vor Ort. Mehr Informationen unter: www.sammlerecke.de