Ein Berg aus Weihnachtsbäumen liegt am Paul-Gerhardt-Platz im Westen – Plastik hat hier nichts verloren. Foto: Lg/Piechowski

In der Stadt stapeln sich die Bäume: Derzeit ist die Straßenreinigung dabei, in ganz Stuttgart die Reste vom Weihnachtsfest zu entsorgen. Mancher Zeitgenosse stellt seinen Baum allerdings auch wesentlich später noch vor die Tür.

Stuttgart - Weihnachtsbäume haben eine kurze Lebensspanne. Im Dezember werden sie aufgestellt und bis Mitte Januar meistens schon wieder aus dem Haus geworfen. In der Landeshauptstadt transportieren die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) und mehrere Vereine die Bäume ab. Das geht allerdings nicht von heute auf morgen.

In diesem Jahr sollten die Stuttgarter ihre abgeschmückten Christbäume bis zum Sonntag, 7. Januar, an einem der 167 ausgeschilderten AWS-Sammelplätze ablegen. „Bei uns wurden die Bäume aber erst am Donnerstag abgeholt“, kritisiert Wolfgang Koch aus Hedelfingen. Er glaubt, dass viele Familien ihren Weihnachtsbaum gerne noch ein paar Tage länger behalten hätten.

Tatsächlich legen viele Stuttgarter ihre Bäume erst ein paar Tage später ab. In der Regel sei deshalb eine zweite Abfuhrrunde erforderlich, sagt AWS-Sprecherin Annette Hasselwander. In einigen Fällen müsse man sogar ein drittes Mal ausrücken.

Der Baum kann auch in aller Ruhe zum Häkselplatz

Wolfgang Koch wünscht sich, dass die Stadt für die einzelnen Sammelstellen genauere Abholtermine bekannt gibt. Das sei aufgrund der großen Zahl an Stellen organisatorisch nicht zu leisten, sagt die AWS-Sprecherin. Wer seinen Baum länger behalten wolle, der könne ihn selbst in die Kompostierungsanlage in Zuffenhausen, Ludwigsburger Straße 270, oder auf dem Häckselplatz in Möhringen, Epplestraße 178, abgeben. Die Zweige könne man auch in der Biotonne entsorgen.

Aber was tun, wenn man kein Auto hat oder nicht möchte, dass der trockene Weihnachtsbaum das Fahrzeug vollnadelt? In vielen Stadtbezirken gibt es Christbaum-Sammelaktionen von Vereinen. In Möhringen waren am Samstag 60 Jugendliche und Erwachsene des Christlichen Vereins ­Junger Menschen (CVJM) unterwegs und haben rund 900 Bäume eingesammelt. Dieses Jahr gab es ein Jubiläum: Der Verein holt die Christbäume seit 25 Jahren gegen Spenden ab und bringt sie anschließend zum Häckselplatz. Die Spendengelder gehen je zur Hälfte in die eigene Jugendarbeit und an eine Schule im Sudan.

Jugendfeuerwehr finanziert ihren Ausflug

In Plieningen hat die Jugendfeuerwehr in diesem Jahr 415 Weihnachtsbäume eingesammelt – ebenfalls gegen Spenden. „Die Jugendlichen sind mit Feuer und Flamme dabei“, erzählt Abteilungskommandant Dennis Mayer. Sie haben allen Grund dazu: Mit dem Geld finanzieren die jungen Feuerwehrleute jedes Jahr einen Ausflug. 2017 waren sie in einer Selbstversorger­hütte im Schwarzwald.

Die Feuerwehr transportiert die Bäume mit zwei Bussen, einem Traktor und drei Anhängern nicht direkt zum Häckselplatz, sondern zu den offiziellen Sammelstellen. Von dort werden sie zusammen mit den anderen Weihnachtsbäumen von Mitarbeitern der Straßenreinigung abgeholt und dann kompostiert. Jährlich sammelt der städtische Betrieb bis zu 400 Tonnen Christbäume ein. Diese großen Mengen abzuholen und zu entsorgen, kostet die Stadt etwa 120 000 Euro pro Jahr.

Spätestens im Februar soll dann auch das letzte Sammelplatz-Schild verschwunden sein. „Erfahrungsgemäß werden trotzdem noch bis Anfang Mai vereinzelt Christbäume abgelegt“, sagt Annette Hasselwander. Die Straßenreinigung nehme auch ­diese Bäume mit und entsorge sie.