Burak Sönmez, Florian Kustermann, Philipp Heidenreich, Fabio Bader und Petros Gelis (von links) fiebern der Benefizpartie mit prominenten Fußballern entgegen. Foto: Eva Herschmann

Die fünf für das Spiel des Jahres im Stuttgarter Gazi-Stadion auserwählten B-Junioren aus den Reihen des SV Fellbach und des TV Oeffingen freuen sich auf die hautnahe Begegnung mit vielen Weltstars.

Fellbach - Zumindest äußerlich entspannt sitzen Petros Gelis, Burak Sönmez und Philipp Heidenreich vom SV Fellbach mit ihren Fußball-Kollegen vom TV Oeffingen, Fabio Bader und Florian Kustermann, vor dem Clubhaus beim Max-Graser-Stadion. Innerlich sieht es anders aus. So langsam steigt das Adrenalin. Nur noch wenige Tage sind es bis zum Anpfiff für das Spiel des Jahres am Sonntag, 16.45 Uhr, im Gazi-Stadion des Drittligisten Stuttgarter Kickers. Oben in Degerloch, auf der Waldau, werden die fünf jungen Fußballer auf Weltstars des Rasensports treffen und mit ihnen auch in einer Mannschaft stehen. „Für uns ist es nicht nur das Spiel des Jahres, für uns ist es das Spiel des Lebens“, sagt Florian Kustermann dazu.

Die B-Junioren aus Fellbach und Oeffingen zählen zum 25-köpfigen Kader von Nachwuchsfußballern, die aus 500 Bewerbern für das Benefizspiel mit vielen prominenten Fußballern ausgewählt wurden. Beim Sami’s Cup auf dem Tennwengert im April haben Petros Gelis, Burak Sönmez, Philipp Heidenreich, Fabio Bader und Florian Kustermann die Scouts, unter anderen Alexander Zorniger, den neuen Trainer des Bundesligisten VfB Stuttgart, von sich überzeugt. Jetzt fiebern sie ihrem Auftritt vor großer Kulisse an der Seite von Welt- und Europameistern, Europa- und Champions-League-Siegern entgegen.

„Die Vorstellung, Didier Drogba oder Andrea Pirlo, die ich sonst nur vom Fernsehen kenne, nicht nur zu sehen, sondern sogar mit ihnen zu spielen, ist einfach geil“, sagt Florian Kustermann mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Allen voran auf Andrea Pirlo freut sich der Fan von Juventus Turin, der bei den Oeffinger B-Junioren im Angriff spielt. Für den Stürmerkollegen Petros Gelis vom SVF wäre es das Größte, in einer Doppelspitze mit Didier Drogba zu spielen. Der TVOe-Verteidiger Fabio Bader träumt vom Doppelpass mit Jerome Boateng.

Er sei vor dem Turnier in Oeffingen so nervös gewesen und überzeugt, nichts hinzubekommen, erzählt der Fellbacher Kapitän Burak Sönmez. Seitdem er weiß, dass er beim Spiel des Jahres dabei ist, hat sich das mit der Nervosität nicht wesentlich gebessert: „Wenn Drogba einen Ball zu mir passt, schlottern mir bestimmt die Knie.“ Und seitdem die Namen der B-Junioren für das Spiel des Jahres bekannt sind, müssen sich die Kandidaten von ihren Mitspielern ab und an – nicht ganz ernst gemeinte – Sprüche anhören. „Wenn ich zurückziehe, heißt es, der schont sich doch nur dafür“, sagt Florian Kustermann. „Und wenn ich einen Fehler mache, kommt schon mal: Und so was ist dabei“, sagt Fabio Bader. Beide finden, dass es auch andere aus der Oeffinger Mannschaft verdient gehabt hätten.

Philipp Heidenreich hat eine Ahnung, auf was es den Scouts vor allem ankam. „Sie haben das Spielverständnis beobachtet und natürlich auch die Technik, aber vor allem, wie wir uns auf dem Spielfeld präsentiert haben.“ Beim Testtraining Ende April, an dem 27 B-Junioren teilnahmen, von denen am Ende 25 übrig blieben, habe Sami Khedira selbst gesagt: Benehmen ist das Wichtigste. Fouls seien tabu, sagt Fabio Bader. „Wir dürfen alles, nur nicht grätschen.“ Dass der Fußball-Weltmeister aus Oeffingen bei der zweiten Sichtung dabei war, die eigentlich von Jugendtrainern des VfB-Stuttgart, Reinhard Matschi und Giuseppe Forzano, geleitet wurde, hat die Jungfußballer sehr gefreut. „Er stand plötzlich einfach da und hat mit uns gesprochen“, sagt Philipp Heidenreich.

Ihre Handynummern und Kleidergrößen für die Trikots haben die B-Junioren frühzeitig herausrücken müssen. Ansonsten haben sie noch keine Ahnung, wie der Tag ablaufen wird. Zumal die Fellbacher am Sonntagmorgen, 10.30 Uhr, noch ein Pflichtspiel gegen die SGV Freiberg vor sich haben. Vorerst genügt ihnen die Vorstellung, vor rund 10 000 Zuschauern aufzulaufen. „Ich vermute, dass ich eine Gänsehaut bekommen werde“, sagt Fabio Bader. Der Abwehrspieler Philipp Heidenreich hofft, dass er einen Tunnelblick bekommt, und Petros Gelis ahnt, dass er „extrem nervös“ sein wird. Auch die Nerven von Burak Sönmez werden flattern – der Mittelfeldspieler träumt von einer Karriere als Profi: „Es könnte für mich ein kleiner Schritt dahin sein.“ Dass das Spiel des Jahres vor allem für eine gute Sa che ist, für die Sami-Khedira-Stiftung, die damit drei Kinderheime und ein Kinderhospiz im Stuttgarter Raum unterstützt, findet das Quintett obendrein gut. „Das gibt dem ganzen neben dem Spaßfaktor noch einen Sinn“, sagt Fabio Bader.

90 Minuten wird in gemischten Mannschaften mit dem Ball gearbeitet. „Sonst hätten wir keine Chance, die würden uns locker herspielen“, sagt Philipp Heidenreich. Jeder der Jungs hofft auf genügend Zeit und Gelegenheiten, um mit Fußballgrößen wie Miroslav Klose oder Lukas Podolski in Kontakt zu treten. „Wenn die Stars entspannt sind, sind wir es auch“, sagt Fabio Bader. „Auf dem Fußballplatz sind wir eine Mannschaft“, sagt Petros Gelis.

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