Sami Khedira findet deutliche Worte gegen rechtsradikale Zuschauer beim Spiel in Prag. Foto: dpa

„Es war richtig von der Mannschaft, dass sie nach dem Spiel nicht in die Kurve zu den Fans ist“, sagte Mittelfeldspieler Sami Khedira dieser Zeitung. Außerdem stellte er klar, dass er noch lange nicht an ein Karriereende denkt.

Stuttgart - Vor dem WM-Qualifikationsspiel in Stuttgart gegen Norwegen an diesem Montag hatte Sami Khedira am Sonntagmittag Zeit für einen kleinen Rundgang durchs Mercedes-Museum – und bewies im Gespräch mit dieser Zeitung klare Kante. Der Nationalspieler hatte die Vorkommnisse beim Spiel am Freitag in Prag mitbekommen, als rund 200 deutsche Chaoten mit rechtsradikalen Pöbeleien und Beleidigungen gegen den Deutschen Fußball-Bund und Stürmer Timo Werner von RB Leipzig von sich ließen. Nun sagt der Mittelfeldmann, der in Prag verletzt pausierte: „Das geht gar nicht, und es war richtig von der Mannschaft, dass sie nach dem Spiel nicht in die Kurve zu den Fans ist.“ Khedira ergänzt, dass er Verständnis für Unmutsäußerungen oder Pfiffe habe, wenn die Mannschaft mal schlecht spiele: „Aber einzelne Spieler zu beleidigen, nur weil sie in einem bestimmten Verein spielen, das geht gar nicht.“ Dass man als Fan bestimmte Vereine nicht mag, sei normal, ergänzte Khedira. „Der FC Bayern ist zum Beispiel bei den VfB-Fans ja traditionell auch nicht sonderlich beliebt: Aber wenn die deutsche Nationalmannschaft spielt, sollte man jeden Profi unterstützen, das ist für mich selbstverständlich.“

Khedira widmete sich auch noch sportlichen Themen – und hatte dabei seine Saisonziele im Blick. Der Mittelfeldmann will hoch hinaus – mit seinem Verein Juventus Turin und mit der Nationalelf. „Ich will Titel holen mit meinen Mannschaften“, sagt Khedira, „wir wollen 2018 den WM-Titel verteidigen, und in der Champions League mit Juve sage ich sicher nicht, dass wir das Viertelfinale erreichen wollen und uns dann damit zufrieden geben. Man will immer das Maximum erreichen.“

Das will Khedira noch lange tun. Über ein mögliches Karriereende will er noch nicht nachdenken. Sein Vertrag bei Juventus läuft bis 2019. „Dann bin ich 32 Jahre alt – und auch da werde ich weiter den Anspruch haben, auf Top-Niveau weiterzumachen“, sagt Khedira.

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