Brisantes Derby: Beim Turnier des TSV Flacht trafen die SKV Rutesheim und der TSV Heimerdingen (in Rot) im Finale aufeinander – die SKV siegte 3:1. Foto: Andreas Gorr

Die Fußball-Landesliga startet in die Saison, die SKV Rutesheim und der TSV Heimerdingen gehen mit unterschiedlichen Erwartungen in die Runde.

Neustart. Das Wort taucht oft auf, wenn sich die SKV Rutesheim in den sozialen Medien präsentiert. Der Neustart ist für den Ex-Verbandsligisten eine Wiedergeburt, und zwar eine als konkurrenzfähiges Team – in der Vorsaison stand die SKV schon zu Beginn der Rückrunde als fast sicherer Gänger in die Landesliga fest. „Ich freue mich, dass es losgeht“, sagt Trainer Christopher Baake vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Aufsteiger GSV Pleidelsheim.

 

Für den 33-Jährigen steht die Runde unter besonderen Vorzeichen – es ist die erste mit ihm als Cheftrainer von Beginn an, er hat die Mannschaft mit zusammengestellt, hat sie durch die Vorbereitung geführt, er steht voll in der Verantwortung, nachdem er in der Verbandsliga Schonzeit genossen hatte. Die vermaledeite Runde 2022/2023 soll bald endgültig aus den Köpfen vertrieben sein, verbunden mit der inständigen Hoffnung der SKV’ler, dass Siege wieder häufiger werden als Niederlagen. „Wir streben keine Spitzenplätze an“, bemerkt Baake, „es geht uns darum, erst mal in ruhiges Fahrwasser zu finden und uns zu etablieren.“

Denn so manch arg gebeutelter Absteiger wurde schon durchgereicht. Der TSV Ilshofen, der mit der SKV von oben kam, hat insgesamt 17 Akteure verloren und füllte den Kader vornehmlich mit Spielern aus der eigenen U 23 und U 19 auf. Es gibt bessere Startbedingungen. Ein Los, das den Rutesheimern erspart blieb, der Großteil des letztjährigen Kaders trägt weiter Schwarz-Weiß. „Es hilft uns, dass das Grundgerüst der Mannschaft das gleiche geblieben ist“, sagt Baake, der allerdings gleich auf drei potenzielle Stammkräfte verzichten muss: Alexander Wellert (Innenbandriss Knie), Laurin Stütz (Knieprobleme) und Sebastian Oehme (Armbruch). Auch die Neuzugänge Yannik Riedlinger (Innenbandriss) und Phil Schmidt (Knieprobleme) fallen aus. Es könnte holprig werden, ein Szenario, das alle bei der SKV Rutesheim nicht erleben möchten. „Ich hoffe auf einen guten Start, damit es nicht wieder so übel beginnt wie in der vorigen Saison“, sagt Coach Baake.

Zwei Spieler sind noch im Urlaub

Als „durchweg positiv“ bewertet Trainer Daniel Riffert die Vorbereitung seines TSV Heimerdingen auf die neue Saison. „Unsere Neuzugänge haben sich gut eingebracht, die Mannschaft hat noch einmal an Qualität gewonnen und es herrscht eine gute Stimmung“, freut sich der Coach – nicht aber ohne zu betonen: „Das alles zählt am Sonntag nicht, da müssen wir liefern.“ Um 15 Uhr erwarten die Grün-Weißen den Aufsteiger TV Pflugfelden, ein Sieg ist fest eingeplant.

Das Gerüst der Mannschaft haben Riffert und sein neuer Co-Trainer Pascal Dos Santos Coelho im Kopf, wobei es noch die ein oder andere personelle Unsicherheit gibt. Eine davon betrifft Dos Santos Coelho selbst: Der Mittelfeldorganisator leidet an einer Entzündung im Brustbereich, Einsatz fraglich. Gabriel Fota ist noch gesperrt, für ihn steht Collins Oniha in der Innenverteidigung neben Sebastian Bortel. Gökay Muratlar und Christian Stagel Alberto sind im Urlaub, es fallen länger aus Altin Veselaj (Teilriss Syndesmoseband) und Pascal Schüller (Kreuzbandriss).

TSV empfängt Aufsteiger TV Pflugfelden

Nach Rang drei im Vorjahr will der TSV Heimerdingen nun um die Ränge eins bis drei mitspielen. „Ich sehe in dieser Liga keine Mannschaft wie Türkspor Neckarsulm im Vorjahr, die einsam vorneweg marschieren wird“, glaubt Riffert. Zu den härtesten Konkurrenten zählt er die Teams des TSV Crailsheim und des FV Löchgau, Absteiger und Derbyrivale SKV Rutesheim sowie Aufsteiger FSV Waiblingen und den VfR Heilbronn, die sich hochklassig verstärkt haben.

Hoffnung machen die Ergebnisse der Vorbereitung: Im Pokal zwang der TSV Oberligist SG Großaspach in die Verlängerung (3:4), gegen den TSV Münchingen gewannen die Grün-Weißen deutlich 6:0. Lediglich das Finale beim Turnier in Flacht ging mit einer B-Elf gegen Rutesheim 1:3 verloren, zudem ein Test gegen den SV Fellbach (0:4), bei dem Riffert nach der Pause heftig durchwechselte. „In der Offensive haben wir nach dem Abgang von Michele Ancona noch immer viel Qualität, an der Defensive haben wir intensiv gearbeitet“, erklärt Riffert. Das soll am Sonntag der TV Pflugfelden zu spüren kriegen.