An diesem Sonntag startet die Kreisliga A2 in Bezirk Enz/Murr. Zwölf von 15 Mannschaften stammen aus dem Altkreis Leonberg, ein klarer Aufstiegsfavorit ist nicht auszumachen.
Wer auf Derbys steht, kommt in dieser Saison in der Kreisliga A2 auf seine Kosten. Lag der Anteil der Mannschaften aus dem Altkreis Leonberg in den zurückliegenden Spielzeiten stets zwischen zwei Drittel und drei Viertel aller Staffel-Teilnehmer, sind es in dieser Runde sogar zwölf von 15 Teams und damit 80 Prozent. Nur Kosova Kornwestheim, der VfB Tamm und der TV Möglingen stammen aus dem Kreis Ludwigsburg. Mindestens vier der sieben Partien pro Spieltag werden Derbys sein.
Nicht nur deswegen ist ein ganz klarer Favorit schwer auszumachen. Björn Wenninger, Trainer des Absteigers SV Gebersheim, hält den VfB Tamm mit einigen Ex-Oberligaakteuren für einen Meisterkandidaten. Er selbst wäre zufrieden, wenn seine Mannschaft vorne mitspielen könnte. „Man sieht ja gerade an der SKV Rutesheim, wie schwer es ist, sich in einer Liga eine Klasse tiefer wieder zu etablieren“, erläutert er. Zudem hat mit dem spielenden Co-Trainer Orhan Tekin eine Korsettstange des Teams die Kickschuhe an den Nagel gehängt. Dafür ist in Lucas Gutscher vom Landesligisten TSV Weilimdorf viel Qualität zurückgekehrt. Ebenfalls positiv: Der lange verletzte Mittelstürmer Alessandro Corbo scheint rechtzeitig zum Saisonstart fit zu werden. In seinem ersten Testspieleinsatz erzielte er gleich drei Tore.
Auch die Mitabsteiger Spvgg Warmbronn und TSV Heimsheim haben sich nicht den sofortigen Wiederaufstieg auf die Fahnen geschrieben. Der TSV muss den Abgang von acht Spielern verkraften, die mit Coach Erkan Kilic zum SV Perouse gewechselt sind. Dafür traut sich der Vorjahresdritte TSF Ditzingen, in diesem Jahr weiter vorne anzugreifen. „Platz drei brauche ich nicht noch mal“, betont Trainer Kevin Sturm schmunzelnd. Mit Marius Riedmiller, Filip Milos (beide zum Landesligisten TSV Heimerdingen) und Domenico Succurro (zu Dersimspor Ludwigsburg) hat das Team zwar Qualität verloren. Große Hoffnungen setzt Coach Sturm jedoch in den bezirksligaerfahrenen Ahmet Pelivan, der beim TSV Hochdorf zuletzt 32 Tore erzielt hat. „Um ganz oben dabei zu sein, werden wir auch eine Prise Glück brauchen“, vermutet Kevin Sturm.
Spvgg Renningen möchte nicht zittern
Im vorderen Mittelfeld verortet Coach Marcel Pfeffer seine Spvgg Renningen. Ein wenig hängt dem Verein die vergangene Saison nach, in der Pfeffer das Team sechs Spieltage vor Schluss übernommen hatte und bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib zittern musste. Florian Metzulat und Jan Jessberger, zwei etablierte Stammkräfte, haben ihre Laufbahn beendet. Dafür hat die Spvgg mit dem Ex-Rutesheimer Karim Radhouani und den Brüdern Lucas und Pablo Pérez, die beide schon für den VfL Sindelfingen in der Verbandsliga gespielt haben, viel Qualität und Routine dazu gewonnen.
Gespannt darf man sein, welche Rolle die drei Aufsteiger spielen. Während der TSV Weissach die Qualifikation erst über zwei Relegationsrunden (unter anderem ein dramatisches 3:2 nach Verlängerung gegen den TSV Höfingen) schaffte, setzten sich Enosis Leonberg und der SV Leonberg/Eltingen II als Meister ohne Niederlage durch. „Da wird viel Euphorie da sein, und man kann einiges über Kampf und Biss erreichen“, vermutet Benjamin Schäffer, Trainer des Bezirksligateams des SV Leonberg/Eltingen. Fraglich sei, wie das vom Duo Alex Sattler und Daniel Bär trainierte Team mit Niederlagen umgehe, das die Spieler so lange nicht mehr gekannt haben. Schäffer traut seiner Reserve zu, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.