Bekannt für seine politischen Botschaften: der Musiker Max Herre, der von Stuttgart aus mit der ehemaligen Hip-Hop-Formation Freundeskreis seine ersten Erfolge feierte, äußert sich zum Thema Rechtsradikalismus. Foto: dpa/Britta Pedersen

Der ehemalige Freundeskreis-Frontmann Max Herre warnt vor der Verharmlosung von Rechtsextremen. Die Gefahr sei heute größer als noch vor ein paar Jahren. Schuld daran sei auch die AfD. Damit stimmt er in den Tenor einiger Musiker ein, die sich zuletzt in ähnlicher Weise geäußert haben.

Stuttgart - Der gebürtige Stuttgarter Hip-Hop-Star Max Herre schätzt die Gefahr von Rechts heute größer ein als noch vor einigen Jahren – und führt das auch auf eine Partei zurück. „Es gab immer Rassisten und Nationalisten und rechte Menschen“, sagte Herre der Deutschen Presse-Agentur. „Aber es gibt eben inzwischen eine Partei, die im Bundestag sitzt, unter deren Schirm – zumindest deren rechtem Flügel – sich Menschen sammeln können mit der Gesinnung“, erklärte der 46-jährige Wahlberliner, der seine ersten Erfolge in den Neunzigern von Stuttgart aus mit der Hip-Hop-Formation Freundeskreis feierte.

Herre sieht eine gefährliche Dimension

„Damit wird es institutionell.“ Dass Menschen mit rechtsextremen Anschauungen heute in Entscheiderpositionen säßen, „ist die Dimension, die so gefährlich daran ist und die auch diese Parallele zulässt zur Weimarer Republik“. Er glaube, „dass da eine Mechanik dahinter ist, die viel größer ist und auch ein gesellschaftlicher Nährboden, der das erzeugt, der immanenter ist, als das mancherorts gesagt wird.“

Der Terroranschlag von Halle wirft viele Fragen auf

Auch die Reaktionen auf den rechtsextremen Terroranschlag von Halle würden Fragen aufwerfen: „Natürlich fragen wir uns alle, wie viele Halles braucht es? Wenn man den NSU-Prozess verfolgt hat und über Warnsignale redet oder so was, fragt man sich natürlich, wie viel braucht es für die Politik, um wirklich zu sagen: Wir räumen auf mit der Art und Weise, wie der Verfassungsschutz umgegangen ist mit der Rechten?“

Vergangene Woche hatte sich der Hamburger Kultsänger Udo Lindenberg in ähnlicher Weise geäußert. Der 73-Jährige hatte das starke Abschneiden der AfD in Thüringen mit den Worten kritisiert: „24 Prozent. Und viele sagen immer noch: Das wird sich niemals wiederholen – aber seht ihr denn nicht an den Häuserwänden dieselben alten neuen Parolen?“, schrieb der 73-jährige Sänger auf Facebook. „Wir brauchen keine rückwärtsgewandten Rassisten, Hetzer und menschenfeindliche Brandstifter mehr in unserm schönen Land“, schrieb Lindenberg.

Auch Sänger Smudo empört sich

Auch der Sänger der Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier, Smudo (51), teilt die Meinung Lindenbergs und wird von der „Hamburger Morgenpost“ mit den Worten zitiert: „In Thüringen gab es eine so hohe Wahlbeteiligung und doch haben hier so viele Menschen Björn Höcke gewählt, einen Mann den man offiziell als Faschist bezeichnen darf. Aber noch viel schlimmer ist, dass Gauland gesagt hat, Höcke ist nicht rechts sondern in der Mitte der Partei – was sind denn dann die anderen?“

Sarah Connor lässt Gesten sprechen

Zuletzt zeigte die Pop-Sängerin Sarah Connor (39) auf einem Konzert in Berlin klare Kante und zeigte der AfD den Mittelfinger. In einem ihrer Songs positioniert sich Sarah Connor gegen „AfD-Idioten“. Auch abseits der Bühne zeigt sich die Sängerin politisch – und spricht über ihre eigenen Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe. Connor ist fassungslos über den Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland. „Das macht mich wütend“, sagte sie dem Magazin „Stern“: „Diese Geschichtsvergessenheit, dieser Hass, den ich bei vielen Leuten spüre.“

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