In Halberstadt sind den Angaben zufolge derzeit knapp unter 1000 Asylbewerber untergebracht. Foto: dpa

In der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber im sachsen-anhaltinischen Halberstadt ist es zu einem Angriff auf zwei Asylbewerber gekommen. Ein Video zeigt, wie Wachleute zwei Flüchtlinge drangsalieren und schlagen.

Magdeburg - In der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt ist es im April zu einem gewalttätigen Angriff auf Asylbewerber gekommen. Mehrere Wachleute einer privaten Sicherheitsfirma sollen zwei Flüchtlinge geschubst, getreten und geschlagen haben, wie das Innenministerium am Freitag in Magdeburg mitteilte. Dem Ministerium wurde der Vorfall nach eigenen Angaben erst am Freitagvormittag durch einen Hinweis auf zwei Videos im Internet bekannt. Daraufhin wurde eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beihilfe durch Unterlassen.

Wachleute vom Dienst suspendiert

Die auf der Internetplattform Youtube eingestellten Videos sind auf den 14. April datiert. Zu sehen ist zunächst eine Rangelei zwischen zwei Männern, augenscheinlich Flüchtlinge, die dann von Wachleuten attackiert werden. Zwei Wachleute schauen zu. Wer die beiden Asylbewerber sind, ist laut Innenministerium noch Gegenstand der Ermittlungen. Über ihren Verbleib ist bislang nichts bekannt. Das Sicherheitsunternehmen, das seit Ende 2017 das Gelände in Halberstadt betreut, hat die vier involvierten Wachleute inzwischen vom Dienst suspendiert und freigestellt.

Verdächtige vorher nicht auffällig

Die Tatverdächtigen waren dem Ministerium zufolge von Polizei und Verfassungsschutz vor ihrem Dienstantritt bei dem Sicherheitsunternehmen überprüft worden. Es lag nichts gegen sie vor, wie es hieß. Sie seien vorher nicht durch Straftaten oder eine rechtsextreme Gesinnung aufgefallen. Ob es sich bei dem Vorfall in Halberstadt um einen Einzelfall handelt oder ob es ähnliche Vorfälle gegeben habe, sei nun ebenfalls Gegenstand einer umfangreichen Überprüfung, kündigte das Ministerium an. Wer die Videos, offenbar aus einem Wohnblock auf dem Gelände der Einrichtung, gemacht hat, ist bislang nicht bekannt.

In Halberstadt sind den Angaben zufolge derzeit knapp unter 1.000 Asylbewerber untergebracht.

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