Die Familie Schmider mit dem „Onkel Deutz“, nach der Rückkehr Ende 2016. Foto: Stoppel

Eine fünfköpfige Familie aus dem Rems-Murr-Kreis ist ein Jahr lang im Oldtimertruck durch Afrika gereist – ihre Erlebnisse gibt es jetzt zum Nachlesen in einem Buch.

Korb - Zwei Erwachsene, drei Kinder, in 320 Tagen fast 30 000 Kilometer durch Afrika, das Ganze in einem Oldtimer-Truck: Diese Reise klingt fast unglaublich, doch Familie Schmider aus Korb-Kleinheppach hat sie im Jahr 2016 gewagt. In einem 50 Jahre alten Magirus-Deutz reisten Jochen und Kerstin Schmider mit Silas, Juli und Mio (heute 16, 14 und 10 Jahre alt) von Namibia nach Ägypten. Ihre Erlebnisse gibt es jetzt in gedruckter Form zum Nachlesen.

„Die Hälfte des Buchs war quasi schon fertig, da wir während der ganzen Zeit einen Onlineblog geführt hatten“, sagt Kerstin Schmider. Weil immer wieder Freunde, Bekannte und Verwandte danach fragten, hat die Lehrerin die Reiseerinnerungen während der vergangenen zwei Jahre zu einem rund 500 Seiten starken Buch ausgearbeitet. Der Leser erlebt hautnah mit, wie die Familie sich entscheidet, ihr Sabbatical nicht nur im südlichen Afrika zu verbringen, sondern den Trip bis hinauf nach Kairo zu wagen.

Das Buch erzählt von neuen Freundschaften, von Begegnungen mit der afrikanischen Lebensweise und mit faszinierenden Tieren. Und vom Eintauchen in eine andere Welt. Zum Beispiel, als Kerstin Schmider in Tansania auf der Suche nach einer Alternative zum allgegenwärtigen Toastbrot spontan bei einer wildfremden Familie zum Essen eingeladen wird. Oder wenn das Auftauchen des Oldtimer-Trucks aus Deutschland bei den Einheimischen erst Überraschung und dann ein breites Grinsen auslöst.

Dieses Video war direkt nach der Reise entstanden:

Aber Kerstin Schmider beschreibt auch, dass die Reise nicht immer ein Zuckerschlecken war. Fünf Personen, oft auf engstem Raum – da bleiben Spannungen nicht aus. Hin und wieder kommt es auch zum Aufeinanderprallen der Kulturen. Etwa, als die Korber in Tansania bei einer überaus gastfreundlichen Massai-Familie eingeladen sind, die zur Feier des Tages eine Ziege vorführt – und sie für ihre Gäste schlachtet. Das wohl größte Geschenk, das Massai Besuchern machen können, stößt besonders bei den beiden jungen Mädchen aus Deutschland auf Entsetzen.

In diesem Jahr reiste die Familie wieder nach Afrika

Als Reiseführer ist das Buch nicht ausschließlich gedacht – trotzdem bietet es viele Anregungen und Tipps für Menschen, die vorhaben, sich auf das Abenteuer Afrika einzulassen. Die Schmiders führen zum Beispiel auf, mit welchen Kosten man rechnen sollte (in ihrem Fall waren es gut 30 000 Euro) und bei welchen Grenzübergängen und Einrichtungen Zeit und Nerven besonders strapaziert werden.

Die schulpflichtigen Kinder, die während der Reise von ihren Eltern unterrichtet wurden, haben sich wieder gut in Deutschland eingefunden – „sowohl beim Schulstoff, als auch bei den sozialen Beziehungen“, sagt Kerstin Schmider. Und auch der Oldtimer „Onkel Deutz“ hat die Reise gut überstanden – „in diesem Jahr waren wir mit ihm für vier Wochen in Namibia und Botswana“, erzählt Schmider. Jetzt sei Afrika aber erst mal abgehakt: In der nächsten Saison bleiben die Schmiders in Europa. Denn auch da warten noch ein paar Abenteuer.

Hier gibt es das Buch zu kaufen:

Das Buch „Familienzeit in Afrika – Zeit. Abenteuer. Reisen.“ ist beim Print-on-demand-Anbieter epubli erschienen. Es ist über den Blog der Familie Schmider, aber unter anderem auch in der Buchhandlung Taube in Waiblingen erhältlich und kostet 28,99 Euro.

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