Ein seltener Anblick: ein Elektroauto an einer der Ladestationen. Foto: Knut Krohn

Viel zu oft können Fahrer von Elektroautos ihre Fahrzeuge nicht aufladen, weil neben den Ladestationen Falschparker stehen. Die Stadt verteilt fleißig Knöllchen, die praktisch keine Wirkung zeigen. Nun wird immer öfter abgeschleppt.

S-West - Die Nachfrage nach Elektroautos von Car2Go scheint seit dem offiziellen Startschuss Ende November gut zu sein. Immer wieder sieht man die kleinen blau-weißen Autos durchs Stadtgebiet fahren oder an einer der Ladestationen stehen, die in den Stadtbezirken nach und nach eingerichtet worden sind.

Allerdings sind die Elektroautos nicht die einzigen Fahrzeuge, die regelmäßig die Stellplätze an den Ladestationen nutzen. Anwohner rund um den Bismarckplatz im Westen haben sich bereits darüber beklagt, dass die Stationen meistens von anderen Autos zugeparkt werden. Auch Nutzer der Facebook-Seite S-West (www.facebook.com/0711West) haben dies im Rahmen eines Beitrags über Elektroautos am 14. Januar bestätigt. Der Bismarckplatz, die Seyfferstraße und die Vogelsangstraße werden auf der Seite als problematische Standorte benannt.

Knöllchen haben kaum eine Wirkung

Den subjektiven Eindruck kann Joachim Elser, Dienststellenleiter der Verkehrsüberwachung, für die ganze Stadt bestätigen. „Es wird auf diesen Plätzen ein reger Missbrauch betrieben“, sagt er. Seit es die Ladestationen gibt, hätten die Kontrolleure zahlreiche Strafzettel an Falschparker verteilt. Wie viele es in Zahlen sind, kann Joachim Elser nicht sagen. Was er aber weiß ist, dass die Knöllchen kaum Wirkung haben. „Der Tatbestand, auf einem Parkplatz mit Zusatzzeichen zu parken, schlägt nur mit zehn Euro zu Buche.“

Da dies kaum jemanden abschreckt, hat die Stadt begonnen, die Fahrzeuge abzuschleppen. „Wenn es etwas Neues in der Stadt gibt, halten wir uns auch erstmal zurück und schauen, wie es sich entwickelt“, so Elser. „Doch wenn Verwarnungen nichts ausrichten, müssen wir eben verschärfen.“ Verwundert ist der Verkehrsbehördenleiter über die Entwicklung allerdings nicht: „Der Verkehrsteilnehmer hat mit seinem Verhalten nicht wirklich überrascht.“

Elektroautos dürfen nur zum Laden dort stehen

Dennoch überlege man in der Behörde, wie man die Ladestationen auffälliger kennzeichnen könnte. „Vielleicht kann man sie farblich besser gestalten“, sagt Elser. Ob dies hilft, davon ist der Dienststellenleiter aber selbst nicht ganz überzeugt. „Es helfen auch keine zehn Schilder, wenn die Einsicht der Leute gegen null geht.“ Im Übrigen seien auch die Fahrer der Elektroautos nicht vor Strafzetteln gefeit. „Die Autos dürfen dort nur stehen, so lange sie geladen werden“, sagt Elser. Dies sei dank des Ladekabels leicht zu erkennen.

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