Das Gebäude, indem früher die Postfiliale war, steht jetzt leer. Foto: Kathrin Wesely

Gemächlich kommt das Projekt Adlerstraße im Stuttgarter Süden in Gang. Die Bürger werden nochmals informiert und ihr Bezirksvorsteher sorgt sich um die Interimsnutzung. Er will verhindern, das Gebäude über Jahre ungenutzt und sinnlos leer stehen.

Stuttgart - Nur unter der Maßgabe, dass das Vorhaben sauber erklärt und sozial hinreichend flankiert werde, hatte der Bezirksbeirat Süd Ende vergangenen Jahres einer Suchthilfeeinrichtung an der Adlerstraße zugestimmt. Das Vorhaben: Der Immobiliendienstleister Corpus Sireo plant, oberhalb der einstigen Postfiliale Böblinger Straße einen Neubau mit 52 Wohnungen für Ältere sowie sechs Wohnungen für Familien zu bauen. Im Erdgeschoss will die Caritas mit einer Einrichtung für Drogenkranke einziehen. Abgerissen werden soll dafür ein leer stehender Trakt, der früher für die Paketabfertigung genutzt wurde.

Suchthilfe wird abgespeckt

Anwohner hatten sich gegen das Vorhaben gestemmt, und auch der Bezirksbeirat lehnte die ursprüngliche Planung mehrheitlich ab. Im vergangenen Jahr gab es einen Runden Tisch, unter anderem mit Nachbarn, Bauherren und Betreibern zu dem kontroversen Thema, und am Ende stand eine abgespeckte Version des Projekts: Die Caritas wird lediglich mit einer Ambulanz und Beratungsangeboten für Drogenkranke einziehen – und zwar ins Erdgeschoss und nicht auf zwei Etagen, wie ursprünglich geplant. Der Eingang wird in den Bauteil an der Böblinger Straße verlegt, sodass man in der Adlerstraße von der Einrichtung nichts mitbekommt.

Am Donnerstag, 13. Februar, wird es eine Infoveranstaltung für Bürger geben. Um 18 Uhr wird im Mörike Schulverbund an der Arminstraße das gesamte Vorhaben nochmals erläutert. Anschließend soll eine Planungsgruppe eingerichtet werden, in der sich Bürger einbringen können – etwa bei der Gestaltung des Umfelds, verspricht die Caritas, die sich sehr bemüht zeigt um die Akzeptanz ihrer Einrichtung im neuen Quartier.

Leerstand verhindern

Bis an der Adlerstraße tatsächlich gebaut wird, gehen aber voraussichtlich noch Jahre ins Land. Aber was geschieht in der Zwischenzeit mit den leer stehenden Trakten entlang der Adler- und der Böblinger Straße, wo früher die Postfiliale einquartiert war? Bezirksvorsteher Raiko Grieb (SPD) will vermeiden, dass im dicht besiedelten Süden, wo mietbarer Raum rar und teuer ist, Gebäude sinnlos leer stehen. Grieb wünscht sich hier eine Zwischennutzung – möglichst eine junge, kreative, netzwerkende, frequenzbringende, die das Quartier weiter belebt.

Grieb hat hat die Stadtverwaltung und die Wirtschaftsförderung deshalb gebeten, mit der Besitzerin der Immobilie, der Telekom, in Verhandlungen zu treten. Schützenhilfe dürfte der Bezirksvorsteher demnächst von den Genossen im Gemeinderat erhalten, die im Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen auf das Thema Zwischennutzung eingehen wollen.

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