Im Juni 2019 fand das Festival im Römerkastell statt. Foto: Eberhard Borner

Im Juni soll auf dem Erwin-Schoettle-Platz erstmals das Lateinamerikanische Wochenende gastieren. Lokale Vereine und Gastronomen bauen ihre Stände auf, es gibt Musik und Tanz. Der kommerzielle Veranstalter kommt aus Frankfurt.

Stuttgart - Food und Folklore sind die Zutaten auch dieses Festivals, das vom 12. bis zum 14. Juni auf dem Schoettle-Platz steigen soll. Neben Gastronomen und Händlern werden hier an den Ständen auch Vereine und Initiativen ihre Stände aufbauen, die sich für lateinamerikanische Themen engagieren. Der Unterschied zu den meisten anderen kleinen Festivals dieser Art ist: Dahinter steckt ein professioneller Anbieter, die O&M Event Gastro GmbH aus Frankfurt. Der Zwei-Mann-Betrieb tourt bereits seit 2017 mit seinem Konzept durch die Republik. Die beiden Unternehmer haben selbst biografische Verbindungen zu der eher politisch-kulturell verklammerten, denn geografisch klar abgezirkelten Region: Hernando Ospina stammt aus Kolumbien und Daniele Marino ist immerhin mit einer Peruanerin verheiratet.

Lateinamerika lieben lernen

Lateinamerikanische Wochenenden fanden bislang bereits in Frankfurt, München, Köln, Düsseldorf, Heidelberg und anderen Städten statt – im vergangenen Jahr in Bad Cannstatt im Römerkastell.

Man wolle den Menschen die lateinamerikanische Lebensart nahe und die Menschen miteinander in Kontakt bringen, sagt Daniele Marino, der das Konzept jüngst im Bezirksbeirat Süd präsentiert hat. Vereine hätten dort die Chance, sich kostenlos zu präsentieren oder Spenden für Projekte zu sammeln, Tanzgruppen könnten auftreten und erhielten sogar eine kleine Gage.

„Es gibt in Stuttgart so viele lateinamerikanische Vereine. Viel mehr als in anderen Städten“, schwärmte der 33-jährige Unternehmer. Konkret sind es laut dem Arbeitskreis der lateinamerikanischen Vereine in Baden-Württemberg landesweit 21, und fast alle haben ihren Sitz in Stuttgart.

Ein Festival ohne Überraschung?

Für die Veranstalter war das Wochenende in der Phönixhalle im Römerkastell im vergangenen Jahr mit insgesamt 4000 Besuchern „ein voller Erfolg“. Die geplante Freiluft-Version am Schoettle-Platz dürfte daher vermutlich eine Nummer größer ausfallen – so sie denn stattfindet. Der Bezirksbeirat Süd hat der Veranstaltung zwar zugestimmt, aber das Placet des Ordnungsamtes steht noch aus.

Wie die beiden Betreiber der O&M Event-Agentur mit ihrem Lateinamerikanischen Wochenende Geld verdienen? Mit Standmieten, die Händler und Gastronomen bezahlen, erklärte Daniele Marino in der Sitzung. Offenbar trägt das Konzept, denn die Macher kündigen auf ihrer Webseite an, expandieren: „2020 werden wir insgesamt zehn Städte mit Lateinamerikanischer Lebensfreude beglücken. Somit sind wir nicht nur Pionier, sondern auch der größte Veranstalter für Lateinamerikanische Kulturevents Deutschlandweit.“ Was die Festival-Besucher erwartet, ist indes nicht gerade überraschend und originell: Ständen mit regionalen Speisen aus Süd- und Mittelamerika, mit traditionellen Textilien und Kunsthandwerk aus Peru, Ecuador, Chile oder Kolumbien sowie ein Bühnenprogramm mit folkloristischem Tanz und Musik.

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