Schon jetzt ist die Kreuzung Tübinger-/Feinstraße für Fahrradfahrer gefährlich, weil sich Autofahrer nicht an die Abbiegerregelung halten. Foto: privat

Der Bezirksbeirat Süd setzt sich mehrheitlich dafür ein, dass die Tübinger Straße zur Fahrradstraße wird.

S-Süd - Eine Neuregelung der Verkehrsverhältnisse auf der Tübinger Straße wird seit längerer Zeit diskutiert. Die veränderte Abbiegeregelung an der Feinstraße war ein erster Schritt, um die Straße für den Schleichverkehr unattraktiver zu machen. Autofahrer werden an der Kreuzung zwingend auf die Hauptstätter Straße geleitet. Um jedoch langfristig zu verhindern, dass Autofahrer die Tübinger Straße als Ausweichstrecke nutzen, sind gegenläufige Einbahnstraßenregelungen im Gespräch. Noch ist aber weder klar, wann, ob und wie die Verkehrsführung der Tübinger Straße verändert wird. Deshalb forderte der Bezirksbeirat entsprechende Informationen seitens der Verwaltung.

Die Grünen ergänzten dieses Anliegen zudem um den Wunsch, die Straße, die Teil der Hauptradroute eins ist, zur Fahrradstraße umzuwidmen. Dies, sagte Grünen-Bezirksbeirat Uwe Völker, sei der Fraktion deshalb ein Anliegen, weil dort bereits viele Fahrradfahrer unterwegs seien und weil der Lieferverkehr zum Gerber sowie der Verkehr zur Tiefgarage des Bürogebäudes Pauline zusätzlichen Verkehr für die Straße bedeuteten. Vor dem Hintergrund, dass unter der Paulinenbrücke eine Aufenthaltsfläche für Jugendliche geplant ist, sehen die meisten Bezirksbeiräte Bedarf für striktere Verkehrsregelungen, um Fußgänger und Fahrradfahrer zu schützen.

Mit zehn zu sechs Stimmen sprachen sich die Fraktionen von Grünen, SPD und SÖS/Linke sowohl für die Einführung von abschnittsweisen Einbahnstraßen aus, als auch für die zeitnahe Umwidmung der Tübinger Straße zur Fahrradstraße. CDU, FDP und Freie Wähler schlossen sich zwar der Forderung nach einem Bericht der Verwaltung an, wollten jedoch davor keine Empfehlung für eine Einbahn- oder eine Fahrradstraßenregelung abgeben. FDP-Fraktionssprecher Wolf-Dieter Wieland machte sich vor allem Sorgen, dass eine Einbahnstraßenregelung möglicherweise dazu führen könnte, dass Krankentransporte nicht mehr so schnell zu ihrem Ziel kämen. Viele Fahrer von Krankenwägen nutzten die Tübinger Straße, betonte er.

Die übrigen Fraktionen wollten diese Einwände nur bedingt gelten lassen. Auch Bezirksvorsteher Rupert Kellermann machte deutlich, dass aus seiner Sicht dringender Handlungsbedarf besteht. „2014 eröffnet das Gerber. Wenn bis dahin nichts getan wird, dann wird die Straße von mehreren 1000 Autos zusätzlich befahren“, sagte er. Mit einem einfachen Bericht – da waren sich Grüne, SPD und SÖS/Linke einig – sei der Verkehrssicherheit nicht gedient.

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