Eberhard Schwarz bedauert den Abschied von Sylvia Korkmaz. Foto: Max Kovalenko

Der Abschied von Silvia Korkmaz als Geschäftsführerin und der interne Streit um ihre Funktion offenbart eine Identitätskrise des Hospitalviertelvereins.

Stuttgart - Die Meldung kam dieser Tage in dürren Zeilen vom Hospitalviertelverein: „Am 21. Mai wird Silvia Korkmaz ihre Tätigkeit als Geschäftsstellenleiterin des Forums Hospitalviertel e.V. beenden. Sie engagierte sich erfolgreich für das Wachstum des Vereins und setzte sich nachhaltig für unsere neuen Tätigkeitsfelder des Forums ein. Frau Korkmaz wechselt in das Team der Landtagspräsidentin Mutherem Aras.“

Soweit die Fakten. Doch zu dieser Demission gibt es Hintergründe, die auch den Vereinsvorsitzenden Eberhard Schwarz zum Nachdenken zwingen. Im Grunde geht es um die Frage: Was will der Verein sein? Und wo will er hin? Etwa in Richtung des Gerberviertelvereins, der sich trotz seines Vereinsstatus zur Entwicklung des Viertels einen hauptamtlichen Quartiersmanager leistet. Oder zurück in die Vergangenheit – zurück zu einem Sammelbecken bürgerschaftlicher Beteiligung.

Insider behaupten: Zwischen diesen beiden Polen sei Silvia Korkmaz zerrieben worden. Sie sei in ihrem Tatendrang immer wieder von den Ehrenamtlichen gebremst und düpiert worden. Manchen Vorständen habe die 40-Jährige auch zu viel Medienpräsenz genossen, heißt es. Die Zweideutigkeit, in der sie sich im operativen Tagesgeschäft bewegte, wird auch in ihrer Stellenbeschreibung anschaulich. War sie zu Anfang ihrer Arbeit vor rund einem Jahr noch Geschäftsführerin, so durfte sie sich am Ende nur noch Geschäftsstellenleiterin nennen – laut Schwarz aus juristischen Gründen.

Pfarrer Schwarz bedauert den Verlust

Pfarrer Eberhard Schwarz schmerzt der Abschied von Korkmaz jedenfalls sehr: „Für die Weiterentwicklung unseres Quartiers ist es sehr bedauerlich, dass Silvia Korkmaz mit ihrer eindrucksvollen Vitalität, ihrem Fleiß und ihrer besonderen Gabe, Menschen anzusprechen und zu motivieren, beruflich eine neue, umfangreichere Herausforderung angenommen hat.“ Weiter sagt er: „Viele Dinge sind in diesem einen Jahr auf den Weg gekommen, zahlreiche Projekte neu entstanden.“ Nun hofft der Pfarrer der Hospitalkirche, „dass die Ideen und Impulse, die Silvia Korkmaz setzen konnte, gute Früchte tragen werden“.

Wie die Dinge liegen, besteht kein Mangel an personellen Optionen. Schwarz hat bereits kurz nach der Bekanntgabe des Korkmaz-Abschieds eine Flut von Initiativbewerbungen bekommen. Schwieriger wird jedoch die Entscheidung sein, wie die neue Stellenschreibung lauten soll. Will man eine Verwaltungskraft, einen Leiter der Geschäftsstelle? Oder soll es wie im Gerberviertel ein Quartiersmanager sein?

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