Die Kamine sind Teil Foto: DB

Schön sind die neuen Abluftkamine für die Bahnhöfe Feuersee und Schwabstraße nicht. Sie dienen dem Brandschutz, und einige Bäume müssen ihnen weichen.

S-West - Schön sind sie nicht, die neuen Abluftkamine für die S-Bahn-Stationen Feuersee und Schwabstraße, aber notwendig. Sie sind Teil der neuen Brandschutzmaßnahmen, die die Deutsche Bahn im Laufe der nächsten zwei Jahre dort umsetzen wird. Fünf Meter hoch werden die zwei bis drei Schlote von etwa einem Meter Durchmesser an ihren Standorten am Feuerseeplatz, in der Rotebühl- sowie in der Seyffer-, der Schwabstraße in den Himmel ragen. Als DB-Brandschutzexperten die Maßnahmen am Dienstagabend vorgestellten, hagelte es im Bezirksbeirat West regelrecht gute Vorschläge, wie man die eckigen grauen Kamine kaschieren, verschönern oder zu Sitzmöbeln umfunktionieren könnte.

Allee wird verschandelt

Neben der unschönen Optik betrübte die Bezirksbeiräte vor allem der Umstand, dass den Abluftkaminen an der Station Feuersee drei Bäume zum Opfer fallen werden. Es sollen zwar ersatzweise neue Bäume gepflanzt werden, doch wo diese stehen werden, ist völlig offen. „Die Rotebühlstraße ist eine Allee. Wenn da Bäume wegfallen, dann ändert sich der Charakter der Straße“, gab Bezirksvorsteher Reinhardt Möhrle zu bedenken. An der Station Schwabstraße wird wegen der Kamine außerdem ein Parkplatz wegfallen. Das Gremium gab der Bahn den Auftrag mit, zum einen über eine mögliche künstlerische Gestaltung der Kaminschlote nachzudenken und zum anderen nochmals zu prüfen, ob die Standorte nicht noch etwas verschoben werden könnten. Die beiden Bahnexperten gaben sich skeptisch: Über die Standorte hätten Fachleute jahrelang beraten.

Die Bahnhöfe stammen aus den 1970er Jahren, seither haben sich die Fahrgastzahlen kontinuierlich nach oben entwickelt, zugenommen haben auch das Schutzbedürfnis und die Sicherheitsvorschriften. Die jetzt geplanten Maßnahmen der Bahn sind bereits der zweite Bauabschnitt innerhalb des aktuellen Brandschutzkonzeptes. In einem ersten Schritt wurden bereits 2011 flächendeckend Brandmeldeanlagen angebracht, eine Sprachalarmierungsanlage eingerichtet, die Flucht- und Rettungswege neu gekennzeichnet und die alte Deckenverkleidung abgenommen, so dass sich im Brandfall der Rauch nicht so schnell unten stauten kann. Außerdem wurden seinerzeit Brandschutztüren in beiden S-Bahn-Stationen angebracht. Sie fallen im Brandfall zu, können aber durch Druck von innen geöffnet werden, so dass sich Leute nicht in der Station einschließen können.

Vier Probeläufe für den Ernstfall

Mit dem zweiten Bauabschnitt soll Ende 2017 begonnen werden. Es werden Entrauchungsanlagen eingebaut. Zuerst kommt die Station Schwabstraße an die Reihe, anschließend folgt die Station Stadtmitte, um die verkehrliche Belastung etwas zu entzerren. Anfang 2018 soll die Station Feuersee eine Entrauchungsanlage bekommen.

Vier mal im Jahr soll es einen Probelauf für den Ernstfall geben – das ist gesetzlich so gefordert. Die Lärmemission liegt bei 65 Dezibel im „Ereignisfall“. Ansonsten halte sich die Lärmbelastung durch die Kaminverbindung zwischen oben und unten in Grenzen, weil in den Kaminen Schalldämpfer eingebaut seien, versichern die Brandschutzexperten von der Bahn.

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