Die S-Bahn ist Rückgrat des Nahverkehrs in der Region Stuttgart. Sie wird aber immer unpünktlicher. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die S-Bahn im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) hat 2014 bei der Pünktlichkeit einen neuen Tiefpunkt erreicht. In der Hauptverkehrszeit war mehr als ein Viertel der Züge verspätet.

Stuttgart - An jedem Werktag nutzen rund 390 000 Menschen die S-Bahnen in Stuttgart und der Region. 2014 waren im Tagesdurchschnitt nur noch 85,8 Prozent der Züge weniger als drei Minuten verspätet, 95,6 Prozent weniger als sechs Minuten. Die schlechten Pünktlichkeitswerte aus dem Vorjahr wurden damit nochmals unterschritten. Bei einer Verspätung von sechs Minuten können laut Bahn nur noch 45 Prozent der Anschlusszüge erreicht werden.

Die Situation sei unbefriedigend, sagt der beim Verband Region Stuttgart (VRS) zuständige Verkehrsdirektor Jürgen Wurmthaler. Der VRS bestellt und bezahlt den S-Bahn-Betrieb, der von der DB Regio AG geleistet wird. Die Bahn hat einen Vertrag bis 2028 und wird bis dahin rund 2,5 Milliarden Euro einnehmen. Die Sanktionsmöglichkeiten des Verbands beschränken sich auf maximal 62 000 Euro Strafzahlung.

Der VRS hatte 2013 mit einem ersten S-Bahn-Gipfel auf die Misere reagiert, 2014 sagte die Bahn bis zu 40 Prozent höhere Investitionen in die marode Infrastruktur wie Stellwerke, Weichen und Signale zu. Beim nächsten Gipfel am 14. April soll eine Analyse vorliegen. „Wir geben bis dahin keinen Wasserstand“, sagt ein Bahn-Sprecher, große Sprünge seien bei der Pünktlichkeit nicht zu erwarten, weil „das System S-Bahn an seiner Kapazitätsgrenze fährt“.

„Die Bahn ist ein großer Tanker, eine Kursänderung dauert“, sagt Wurmthaler zum Infrastrukturthema. Die Pünktlichkeitswerte werden seit 2012 monatlich veröffentlicht. Die Zahlen für die Hauptverkehrszeit wollen Bahn und Verband erst im April bekanntgeben. Sie seien „ohne Frage noch schlechter“, so Wurmthaler. Dann wäre mehr als jede vierte S-Bahn bis zu drei und etwa jede zehnte Bahn bis zu sechs Minuten verspätet.

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