Keine Rückspiegel: Im Normalfall können S-Bahn-Führer nicht sehen, ob jemand oder etwas in den Türen hängt - sagt ein Bahnsprecher (Symbolbild). Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Haben die Türsicherungen versagt? Hätte der S-Bahn-Führer etwas sehen und tun können? Nach dem tragischen Tod eines 50-Jährigen, der unbedingt noch seine S-Bahn bekommen wollte, sind viele Fragen offen.

Stuttgart-Feuerbach - Nach dem tragischen Tod eines 50-Jährigen, der am Donnerstagnachmittag von einer S-Bahn in Stuttgart-Feuerbach mitgeschleift wurde, sind viele Fragen offen.

Hätte der Lokführer den eingeklemmten Mann sehen und den Zug noch rechtzeitig stoppen können? Hat der Türmechanismus versagt? Zum jetzigen Zeitpunkt alles noch Spekulation, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. "Die Polizei ermittelt", hieß es. Über so etwas wie einen Rückspiegel verfügten S-Bahn-Führer allerdings nicht - wenn alle Türen geschlossen sind, werde das dem Lokführer angezeigt und er könne losfahren. Kameras in den Eingangsbereichen gebe es zwar, doch der Lokführer habe keine Möglichkeit, die Aufzeichnungen einzusehen - schon gar nicht in Echtzeit.

An den Türen der S-Bahnen kommen laut des Bahnsprechers sogenannte Lichtgitter zum Einsatz, die verhindern sollen, dass die Türen geschlossen bleiben, obwohl sich dazwischen noch eine Person oder ein Gegenstand befindet. "Das sind sich überkreuzende Lichtimpulse", so der Bahnsprecher. Ob diese bei dem tragischen Unfall versagt haben, ist ebenfalls Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Nach dem Unfall wusste man zunächst nicht, um welche S-Bahn es sich genau handelte, weil zwei in Frage kamen, die im fraglichen Zeitfenster den Feuerbacher Bahnhof passiert hatten. Die Polizei stellte beide Bahnen sicher, Spezialisten untersuchen sie nun.

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