Stuttgart 21 Im Norden rollen bald die Laster

Von Jürgen Löhle 

Diese Brücke ist bald Geschichte – und der Verkehr dann unten. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Diese Brücke ist bald Geschichte – und der Verkehr dann unten. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Wegen des Baus eines Tunnels muss bis Mitte 2019 der Aushub von S 21 teilweise auf öffentliche Straßen abgefahren werden. Verkehrsprobleme soll es aber keine geben.

Stuttgart - Der Bau des neuen S-Bahn-Tunnels zwischen dem Haupt- und dem Nordbahnhof im Rahmen von Stuttgart 21 wird vom 26. März an zu einer Änderung in der Baulogistik im Bereich der Wolfram-, der Nordbahnhof- und der Rosensteinstraße führen. Da eine Brücke der vom normalen Verkehr abgekoppelten Baulogistikstraße über der Wolframstraße der neuen S-Bahn-Trasse weichen muss, werden die Lkw, die den S-21-Aushub abfahren, von der kommenden Woche an auf einer Strecke von etwa 800 Metern wieder über öffentliche Straßen rollen müssen.

Konkret bedeutet dieser sogenannte Bypass: Vom 26. bis zum 29. März werden bereits die leeren Lastwagen südwärts zurück auf die Baustelle über die normalen Straßen rollen, von 1. April dann auch voll beladene Lkw in Nordrichtung bis zur Zufahrt 3 am Kolping-Bildungszentrum Rosenstein. Bis zu maximal 200 Lastwagenfuhren am Tag werden so wieder über öffentliche Straßen fahren, bis Mitte 2019 sollen so noch einmal bis zu 1,4 Millionen Tonnen Bauaushub zur Zwischenlagerung und zur Verladung auf Güterzüge bis zum Nordbahnhof gefahren werden.

Der Verkehr soll nicht behindert werden

Dass die Unterbrechung der Baustraße Auswirkungen auf die ohnehin schon angespannte Verkehrssituation im Norden hat, glaubt man weder bei der Projektgesellschaft der Bahn noch bei der Stadt. Die Bahn weist zudem darauf hin, dass bereits sechs Millionen der planfestgestellten acht Millionen Tonnen Aushub abtransportiert seien und dass man davon bisher nur 1,2 Prozent über öffentliche Straßen gefahren hätte.

Auch Peter Koch, der S-21-Beauftragte im Amt für Öffentliche Ordnung, befürchtet keine negativen Auswirkungen auf den Verkehr. Im Durchschnitt werden täglich 12 000 Fahrten in der Nordbahnhofstraße und 9000 Fahrten in der Rosensteinstraße gezählt, da würden 200 Lkw-Fuhren mehr auch kaum auffallen. Ob dies dann auch so zutrifft, wird die Zeit zeigen müssen. Torsten Brand, der Teamleiter der Projektgesellschaft für den Abschnitt 1.5, weist zudem darauf hin, dass die 200 Lastwagen täglich eine Obergrenze seien und dass ganz allgemein die Abfuhrfahrten gegen Ende der Bauzeit Mitte 2019 weniger werden würden. „Das klingt dann langsam ab“, sagt er.

Brücke wird am 28. April abgerissen

Um die Baulaster an der Wolframstraße besser mit dem normalen Verkehr zu verknüpfen, wird im Sommer 2018 die Einleitung zu einer ampelgesteuerter Kreuzung umgestaltet. 2020 sollen dann auch Umfahrungsschleifen um den künftigen S-Bahn-Tunnel gebaut werden. Die bisherige Brücke der Baulogistikstraße wird zwischen dem 28. April und dem 1. Mai abgerissen. An diesen Tagen wird die Wolframstraße komplett für den normalen Verkehr dicht sein. Weitere Sperrungen sind zumindest im Moment nicht vorgesehen.

Stolz ist man bei der Bahn, dass man, anders als beim Gesamtprojekt Stuttgart 21, beim Bau der S-Bahn-Trasse im Zeitplan liege. Laut Florian Bitzer von der Projektgesellschaft wird die S-Bahn von 2023 oder 24 an die neue Trasse befahren. Allerdings zunächst noch ohne die neue Haltestelle Mittnachtstraße und auch nur in Richtung Stadtmitte.

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