Probleme prägten das Jahr 2025. Trotzdem legten die Zahlen der S-Bahn Stuttgart leicht zu – bleiben aber 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Eine Linie gilt als Fahrgastmagnet.
Baustellenchaos und technischen Unzulänglichkeiten zum Trotz haben die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart auch im zurückliegenden Jahr die Treue gehalten. Im Vergleich zum Jahr 2024 sind die Passagierzahlen im Jahr 2025 leicht gestiegen. Allerdings gab es im zweiten Halbjahr 2025 eine gegenläufige Entwicklung.
Die S-Bahn Stuttgart befindet sich nach wie vor in der Erholungsphase nach dem 2020 coronabedingt erfolgten Einbruch. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren knapp 133 Millionen Menschen mit den S-Bahnen in der Region Stuttgart unterwegs. Noch fehlt jeder fünfte Fahrgast, um wieder auf ähnliche Werte zu kommen.
Bahnchaos durch digitalen Knoten Stuttgart
Für 2025 meldet die S-Bahn Stuttgart 105,9 Millionen Passagiere, ein Wert, der gut 20 Prozent unter dem von 2019 liegt. Auffallend ist, dass die Erholung nicht gleichmäßig über alle Linien verteilt ist. Es gibt Verbindungen, die 2025 im Vergleich zum Vorjahr sogar Fahrgäste eingebüßt haben. Betroffen sind hiervon die Linien S2 und S3, die allerdings auch besonders stark von den Baustellen der Deutschen Bahn rund um den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS) betroffen sind.
S-Bahn Stuttgart hat schwieriges Jahr hinter sich
„Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart hatten auch im Jahr 2025 keine optimalen Rahmenbedingungen. Baustellen, Fahrtausfälle und Schienenersatzverkehr waren häufige Herausforderungen“, heißt es in einem Papier des Verband Region Stuttgart, über das die Regionalräte im Verkehrsausschuss Mitte kommender Woche beraten sollen. Rund 328.000 Passagiere waren dessen ungeachtet werktäglich mit den Bahnen unterwegs. Es sei „trotz schwieriger Rahmenbedingungen dennoch gelungen, einen leichten Fahrgastzuwachs zu erzielen“.
S1 ist Fahrgastmagnet der S-Bahn Stuttgart
Insgesamt ist das Stuttgarter S-Bahnnetz unterschiedlich stark nachgefragt. Mit 28,2 Millionen Reisenden ist die S1 unangefochtener Spitzenreiter – was manches Mal zu drangvoller Enge führt. Wenn man einzelne Stunden in der Hauptverkehrszeit betrachtet, so waren in der morgendlichen Spitzenstunde zwischen 7 und 8 Uhr die beiden S-1-Abschnitte zwischen Untertürkheim und Neckarpark sowie zwischen Ober- und Untertürkheim mit 117,8 und 110,8 Prozent stark ausgelastet. Zwischen 17 und 18 Uhr knackte die S1 zwischen Neckarpark und Untertürkheim mit 101,9 Prozent jene Marke, bei der sämtliche Sitzplätze belegt sind.
S3 hat viele Fahrgäste verloren
Die S2 folgt im Jahr 2025 mit 19,6 Millionen Fahrgästen auf Rang zwei, die S6/60 ist mit 16,5 Millionen Fahrgästen die am drittstärksten nachgefragte Linie. Es folgen die S4 mit 14,6 Millionen Reisenden, die S3 (14 Millionen) und die S5 mit 13,1 Millionen Fahrgästen. Die S3, vor Corona noch auf Rang 3, hat damit den größten Rückschritt gemacht, die Linie rangiert nun 36,8 Prozent unter dem Wert von vor der Pandemie.
S-Bahn Sondereffekt durch Fußball-EM
Unterschiedlich zeigte sich der Fahrgastzuspruch auch in den beiden Halbjahren 2025. Während es zwischen Januar und Juni 2025 einige Monate gab, die über den Vorjahresmonaten lagen, so kehrte sich das Bild im zweiten Halbjahr um. Die Region erklärt das in ihrer Analyse mit Sondereffekten des Jahres 2024. Im Januar und März habe es immer wieder Streiks gegeben, 2025 habe es hingegen keine Ausstände gegeben.
Bei der hohen Nachfrage im zweiten Halbjahr 2024 verweist die Region auf die „Fußball-EM in diesem Zeitraum, während der auch viele Fans in Stuttgart die S-Bahn zum Besuch von Spielen und Public-Viewing-Veranstaltungen nutzten“. Im zweiten Halbjahr 2025 lagen die Fahrgastzahlen nur im November über denen des Vorjahresmonats.