Die Höhendifferenz ist eines der Probleme an den S-Bahn-Stationen Stetten-Beinstein und Rommelshausen. Foto: Gottfried Stoppel

Die S-Bahn-Station Stetten-Beinstein wird umgebaut und mit einer neuen Unterführung versehen. Noch im Frühjahr werden Leitungen verlegt. Der eigentliche Bau startet laut Bahn aber erst im Herbst – Ende 2020 soll der Ausbau vollendet sein.

S-Bahn - Dass es nichts wird mit dem einst angestrebten Ziel, bis zur im Mai startenden Remstal-Gartenschau alle S-Bahn-Stationen im Remstal barrierefrei ausgebaut zu haben, das war klar. Vor gut 20 Jahren wurde im sogenannten 5. Ausführungsvertrag von 1996 der stufenfreie Ausbau der Bahnsteigzugänge festgeschrieben. Doch bei der auf Weinstädter Markung liegenden Haltestelle Stetten-Beinstein wird er zum Gartenschaustart nach wie vor fehlen. Jetzt teilt die Deutsche Bahn mit, dass direkt nach der Gartenschau der Bau einer neuen Personenunterführung an der S-Bahn-Station im November dieses Jahres startet. Ende 2020, so die aktuelle Planung, soll der stufenfreie Ausbau dann vollendet sein, bei dem Gesamtkosten von rund 3,6 Millionen Euro kalkuliert werden. Nicht enthalten in der Umbauplanung sei die ebenfalls geforderte Erhöhung der Bahnsteige auf das Niveau der S-Bahn-Einstiege, sagte ein Sprecher der Bahn. „Das hat damit nichts zu tun, das ist ein ganz anderes Projekt.“

Nach Stetten-Beinstein fehlt noch Feuerbach

Im Rahmen des Ausbaus, so heißt es in der Mitteilung der Deutschen Bahn zum anstehenden Stationsumbau, „wird die bestehende Personenunterführung teilweise abgebrochen und an gleicher Stelle mit jeweils einem Aufzug für jeden Bahnsteig wieder errichtet“. So werde in Zukunft auch „mobilitätseingeschränkten Reisenden“ ein problemloser Zugang zu den Bahnsteigen der S-Bahn-Station Stetten-Beinstein ermöglicht. Mit dem Ausbau dieser Station seien 39 der einst festgelegten 40 Maßnahmen in der Region umgesetzt. Die noch fehlende 40. ist die Station in Feuerbach.

Direkt in der Nachbarschaft der östlichsten S-Bahn-Haltestelle in Weinstadt lässt derweil der einst ebenfalls auf der Wunschliste der Gartenschau-Anrainer befindliche zusätzliche Umbau der S-Bahn-Station Rommelshausen noch einige Jährchen auf sich warten. Dort wird die nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen dringend nötige Erhöhung der Bahnsteighöhe auf 96 Zentimeter laut bisheriger Planung noch bis 2022 auf sich warten lassen. Das Problem: Je nach Neigungslage des S-Bahn-Zugs besteht dort ein Höhenunterschied zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Boden von 20 bis 30 Zentimetern. Wegen des Höhenunterschieds und des Spalts zwischen Bordstein und S-Bahn-Einstieg hat es in der Vergangenheit an den Stationen Rommelshausen und Stetten-Beinstein mehrere Unfälle gegeben.

Während der Gartenschau macht der Bau Pause

Im Bereich der Station in Stetten-Beinstein, so lautet nun die konkrete Planung für deren Umbau, soll noch im Januar mit der Verlegung der Leitungen im Baufeld begonnen werden. Diese Vorbereitungen seien bis Ende April vollendet. Laut dem Bahnsprecher werden dann „im Zeitraum der Gartenschau bis Ende Oktober 2019 die Bauarbeiten pausieren, sodass alle Besucher und Reisenden die Bahnsteige über die Unterführung erreichen können“.

Die eigentlichen Bauarbeiten für die neue Unterführung und die Aufzüge beginnen im November dieses Jahres. Das 3,6-Millionen-Projekt soll Ende des Jahres 2020 abgeschlossen sein. Schon im Rahmen der dieser Tage startenden Vorabmaßnahmen ließen sich Einschränkungen für die Anwohner durch Lärm nicht vermeiden, teilt die Bahn mit. Wenn es Bauablauf und Eisenbahnbetrieb erforderten, könne es auch zu Nacht- und Wochenendarbeit kommen. Während der Bauzeit wird für die Anlieger des Beibachwegs eine Umleitung eingerichtet, weil dieser im Baustellenbereich gesperrt ist. Außerdem steht während der Bauzeit ein Teil des P+R-Parkplatzes an der Mercedesstraße nicht zur Verfügung.

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