Der Flughafen braucht eine S-Bahn-Anbindung ebenso wie Messe und Filderstadt. Foto: dpa

Notfalls muss die Politik durchsetzen, dass der Stuttgarter Flughafen per S-Bahn erreichbar bleibt, kommentiert Thomas Durchdenwald.

Stuttgart - Ungläubigkeit, Entsetzen, Ärger: Die Reaktionen auf die Nachricht, dass die S-21-Projektgesellschaft Flughafen, Messe und Filderstadt ein Jahr lang vom S-Bahn-Verkehr abhängen will, sind allzu verständlich. Und wenn die Manager der Bahn, die die Bedeutung des Schienenverkehrs kennen sollten, eine derartige Fehlplanung auf die Schienen setzen, dann kann es von der Politik nur eine Antwort geben: die Kelle mit dem roten Stopp-Signal.

Die S-Bahn leidet ohnehin

Vor allem die Region als Verantwortliche für die unter S 21 schon über Gebühr leidende S-Bahn ist gefordert, eine andere Lösung durchzusetzen. In einem Jahr, in dem für eine notwendige VVS-Tarifreform 42 Millionen Euro in die Hand genommen werden, kann das nicht ernsthaft an einem einstelligen Millionenbetrag scheitern. Wer anders handelt, schiebt den Nahverkehr aufs Abstellgleis.

Weiter Ärger programmiert

Doch das Desaster am Flughafen ist nur ein Beispiel dafür, wie weit sich Anspruch und Wirklichkeit bei Stuttgart 21 von einander entfernt haben. Ein Projekt als Ausweis der Zukunftsfähigkeit Deutschlands, wie Angela Merkel einst sagte? Das bestgeplante Vorhaben, wie ein Landesverkehrsminister meinte? Die Fundamentalkritik von Ministerpräsident Winfried Kretsch­mann kommt der Realität näher. Bis die ersten Züge fahren, wird es so weitergehen: höhere Kosten, längere Bauzeit, viel Ärger.

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