Die Linie weist den Weg zu den S-Bahn-Gleisen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die S21-Arbeiten und die damit verbundene S-Bahn-Verlegung am Stuttgarter Hauptbahnhof verwirren Messebesucher. Reisende müssen an den kommenden Wochenenden etwas mehr Zeit einplanen.

Stuttgart - Der S-Bahn-Tiefbahnsteig am Hauptbahnhof ist ungewohnt leer. In einer bereitstehenden S2 warten etliche CMT-Besucher auf die Abfahrt, vereinzelt suchen irritierte Zeitgenossen den Mann mit der roten Weste auf, der Auskunft gibt, welche Linien nun oben im Bahnhof verkehren.

Anlass für die Verwirrung sind die S-21-Arbeiten im Hauptbahnhof Stuttgart. An den nächsten elf Wochenenden wird am neuen Tunnel gearbeitet. Deshalb müssen die Schienen an den Wochenenden vom 11. Januar bis 18. Februar zwischen dem Gleisvorfeld und der Station im Tiefgeschoss gesperrt werden. Das hat Auswirkungen auf den S-Bahnverkehr: Fahrtzeiten verlängern sich, Fahrgäste müssen umsteigen.

Lesen Sie hier, welche Linien konkret betroffen sind

„Die Messegäste sind insgesamt gut informiert“, resümiert seine Kollegin am Samstagmittag die ersten Stunden der durch Bauarbeiten bedingten Sperrung der Tunnelzufahrt für die S-Bahn. „Es läuft besser, als wir dachten.“ Der Herr, der vor sich hin schimpft und aufstampft, weil er sich für die Fahrt nach Backnang wieder treppauf begeben muss, ist die Ausnahme. Insgesamt ist die Stimmung trotz weiterer Wege entspannt.

S1 hat Verspätung – also „eigentlich alles wie immer“

An den oberen Zuggleisen geht es hektischer zu. Hier sorgen Abweichungen zwischen Anzeigetafeln und tatsächlichem Fahrplan für Verwirrung. „Daran sollte die Bahn dringend arbeiten“, stellt Rafeh Jamal fest, der an der Universität Hohenheim studiert und dieses Wochenende als Kundenauskunft am Hauptbahnhof jobbt. „Immer wieder kommen Leute vom Gleis zurück und sind sauer, weil die Bahn doch anderswo fährt. Ich kann aber nur sagen, was in meinen Unterlagen steht.“

An Gleis 5 wird derweil informiert, die S1 habe 15 Minuten Verspätung. „Eigentlich ist alles wie immer“, bemerkt Peter Rieger (54) lachend. „Ob die Verspätung von einer Stellwerkstörung oder den Bauarbeiten herrührt, ist doch egal.“ „Hauptsache, die Messe leidet nicht unter der Unterbrechung“, meldet sich eine ältere Dame zu Wort. „Um einfache Fahrgäste kümmert sich doch niemand. Die Bahn ist teuer und unzuverlässig.“

Ausschilderung wird gelobt

Die dicke gelbe Linie, die Reisende durch Klettpassage und Bahnhofshalle leitet, erfüllt jedenfalls ihren Zweck. Die Ausschilderung wird allgemein gelobt. „Sehr schick!“ raunt eine Passantin ihrer Freundin zu. Ob die Lage so ruhig bleibt, wenn kommendes Wochenende ein VfB-Heimspiel ansteht, bleibt abzuwarten.

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