Im Zuge der Bauarbeiten für Stuttgart 21 müssen Regenwasserkanäle in der Augsburger Straße verlegt werden. Dafür muss die Verkehrsinsel weichen. Foto: Mathias Kuhn

Im Zuge der Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 müssen Regenwasserkanäle in der Augsburger Straße in Obertürkheim verlegt werden. Dafür muss eine Verkehrsinsel weichen. Verkehrsbehinderungen sind zu erwarten.

Obertürkheim - Die Tunnelbauarbeiten für Stuttgart 21 wirken sich nun auch in Obertürkheim stärker aus. Von kommender Woche an müssen sich Autofahrer auf Behinderungen in der Augsburger Straße einstellen.

Neben dem Egistuck-Gebäude wird seit Monaten gebaggert. Auf dem künftigen Rettungsplatz für den Stuttgart-21-Tunnel wurde ein Schacht für den neuen Regenwasserkanal ausgehoben. Er ist notwendig, da das bisherige Regenwassersystem verlegt werden muss. Zwischen dem Haus am Weinberg und der Abzweigung am Imweg wird das Regenwasser von den nahegelegenen Weinbergen bisher in drei unterirdischen Kanälen unter dem Bahndamm hindurch zum Neckarersatzbach geleitet. Diese sind der künftigen Stuttgart-21-Trasse im Weg. Denn die Züge vom Hauptbahnhof gelangen in Zukunft dort aus dem Tunnel an die Oberfläche. „Im Bereich des Anschlusses an die Bestandsgleise müssen deswegen die Regenwasserkanäle neu gefasst und in einem größeren vereint werden“, sagt Andreas Dörfel, der Teamleiter des Stuttgart-21-Projekts für diesen Abschnitt.

400 Meter langer Abschnitt betroffen

Deswegen beginnt die DB Projektgesellschaft am 22. Oktober mit den Kanalbauarbeiten in der Augsburger Straße. Betroffen ist der rund 400 Meter lange Abschnitt von der Kreuzung „Im Dinkelacker“ bis etwa auf Höhe des Haus am Weinberg. Die größten Veränderungen wird es an der Haltestelle „Ebniseestraße“ geben. „Wir werden die Verkehrsinsel entfernen“, so Dörfel. Die Bushaltestelle wird während der Bauzeit in Richtung Imweg auf Höhe de Gebäude 50 beziehungsweise 53 verlegt. Eine Ampelregelung soll für den Verkehrsfluss an der Baustelle sorgen.

Die nachfolgenden Arbeiten werden den Autoverkehr vermutlich geringer belasten. In der Augsburger Straße verlaufen die bestehenden Regenwasserkanäle der Stadtentwässerung Stuttgart auf der Weinbergseite am Fahrbahnrand. In der Bezirksbeiratssitzung im April hatte die Bahn noch angekündigt, dass die Arbeiten in offener Bauweise erledigt werden. Dazu hätten Gräben ausgehoben werden müssen. Die Bahn hat das Bauverfahren nun optimiert, um Beeinträchtigung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu verringern.

Arbeiten unter laufendem Verkehr

So wird die Baufirma die Kanäle nun im Rohrvortriebsverfahren erneuern. Statt offene Gräben entlang der Straße werden nur vier kleinere Baugruben benötigt. Diese werden bis März 2019 ausgehoben werden. Ausgehend von der Stadtbaugrube 1, die unweit der Kreuzung Augsburger Straße/Im Dinkelacker liegt, kann die Kanalerneuerung in geschlossener Weise vorangetrieben werden. Um Verkehrsbehinderung möglichst gering zu halten, sollen die Bauarbeiten an der Start- und Zielbaugrube unter laufendem Verkehr durchgeführt werden. Die Fahrbahn wird dort verengt, bleibt aber zweispurig. Die Einfahrt in Nebenstraßen muss aber zeitweise gesperrt werden.

Gleichzeitig baut die Deutsche Bahn die Fußgängerunterführung auf Höhe des Imwegs. Vergangenes Jahr hat die Deutsche Bahn den alten Bahndurchlass auf Höhe von Egistuck gesperrt. Dafür wurde rund 80 Meter oberhalb – auf Höhe des Fußwegs vom Imweg – eine Hilfsbrücke unter die Gleise eingezogen. „Diese wird nun als ständige Eisenbahnüberführung ausgebaut“, so Dörfel. Gute Nachricht für Radler: Ende 2019 soll die Unterführung in Betrieb gehen. Die Radumleitung über den Imweg und die Otto-Hirsch-Brücken kann dann aufgehoben werden.

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