Eröffnungskonzert mit de 2Cellos im vergangenen Jahr. Foto: factum/Bach

Zu siebten Mal findet die renommierte Cello-Akademie statt. Der Initiator Matthias Trück und seine Familie organisieren das Ereignis. Dabei kann er auf die Unterstützung der Stadt bauen, die ihn unter anderem mit 15 000 Euro unterstützt.

Rutesheim - Der Mittelpunkt der Cello-Welt liegt in den nächsten Tagen in Rutesheim. Die Cello-Akademie geht in ihr nunmehr siebtes Jahr in der Stadt. Sie beginnt mit den Schülerkonzerten am Freitag, 30. Oktober, der krönende Abschluss ist das große Konzert am Samstag, 7. November. „In diesen Tagen verwandelt sich die Stadt in einen großen Cello-Campus, der junge Cellisten und namhafte Künstleraus der ganzen Welt aufnimmt“, freut sich der Bürgermeister Dieter Hofmann.

„Aus einer zunächst ungewöhnlichen und durchaus gewagten Idee ist inzwischen ein Cello-Festival mit Meisterkursen herangewachsen, das weltweit hohe künstlerische Wertschätzung genießt“, sagt ein stolzer und zufriedener Initiator und Organisator Matthias Trück im Rückblick. Hinzu komme eine besondere Atmosphäre, die aus der räumlichen Geschlossenheit der Akademie, dem gemeinsamen Erleben der Konzerte und dem harmonischen Umgang aller Beteiligten miteinander erwachse, so Trück. Die Meisterkurse und das Festival werden von dem dafür gegründeten gemeinnützigen Verein „Cello-Akademie Rutesheim“ ausgerichtet.

„Außergewöhnliche Veranstaltung“

Doch ohne die Unterstützung und Zuschüsse der Stadt wäre diese große Kulturveranstaltung kaum möglich. „Es ist eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung, die deshalb auch eine außergewöhnliche Unterstützung verdient hat“, sagt Martin Killinger, der Erste Beigeordnete der Stadt. „Der Werbewert der Cello-Akademie für die Stadt Rutesheim lässt sich in Geld naturgemäß nicht beziffern – er ist zweifellos sehr hoch und er reicht sogar weltweit.“

Von der Stadt und mit Zustimmung des Gemeinderates erhält die Akademie jährlich einen finanziellen Zuschuss von 15 000 Euro. Unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden die Veranstaltungshallen, die Aula des Schulzentrums und die kompletten Schulräume. Auch den Empfang für Dozenten, Sponsoren und weitere Ehrengäste am Mittwochabend nach dem Orchesterkonzert der Dozenten finanziert die Kommune. Wie sehr die Cello-Akademie bereits im Ort verwurzelt ist und wie sehr die Rutesheimer hinter ihr stehen, zeigt auch, dass die rund 70 Studenten bei Gastfamilien privat untergebracht sind.

„Herausragende Bedeutung für die Stadt“

Der Bürgermeister und sein Stellvertreter sind sich einig: „Die Cello-Akademie hat eine herausragende Bedeutung für die Stadt. Leiter Matthias Trück mit seinen vielseitigen hohen Gaben, Netzwerken und seinem riesigen Engagement, unterstützt durch seine Eltern und Familie, ist ein wahrer Glücksfall. Ohne ihn und die Familie Trück wäre die Akademie nicht möglich.“

In diesem Jahr gibt es auch einige Neuheiten. So wird das Kulturvermittlungsprojekt Tonalia zum ersten Mal angeboten. Die sieben Studenten, die beim Abschlusskonzert mit Orchester als Solisten auftreten, werden am 30. Oktober ihre Patenschulen aufsuchen und Gesprächskonzerte geben. Daran beteiligen sich das Gymnasium, die Realschule und die Theodor-Heuss-Schule Rutesheim sowie das Johannes-Kepler-Gymnasium Weil der Stadt. Die Studenten stammen aus Deutschland, Korea, Polen, Finnland, Serbien und Spanien und sind zwischen 19 und 21 Jahren alt.

In die Rubrik Neuigkeiten gehört auch, dass die Kammermusikkonzerte dieses Jahr erstmals in Aula des Schulzentrums stattfinden. Auch neu ist, dass am 4. November von 10 bis 18 Uhr im Gymnasium eine Geigenbauer -Ausstellung stattfindet. Liebhaber der Streichinstrumente können hier Kontakt zu renommierten Instrumentenbauern aufnehmen.

Keine Cello-Akademie ohne die Mitwirkung eines symphonische Orchester. Mit dabei ist bei der siebten Auflage die Württembergische Philharmonie Reutlingen, dirigiert von Wolfgang Emanuel Schmidt, der auch wie in jedem Jahr seinen Cello-Meisterkurs geben wird. Als neuer Dozent und Solist wirkt Danjulo Ishizaka von der Dresdner Musikhochschule mit. Meistrekurse bieten auch die Dozenten Claudio Bohórquezjens, Peter Maintz, Wolfgang Emanuel Schmidt und Wen-Sinn Yang. Die Gastsolisten sind Daishin Kashimoto, der erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, sowie der Pianisten und Stuttgarter Hochschulprofessor Péter Nagy. Auch der in den vergangenen Jahren etablierte Jazz-Kurs von Stephan Braun wird als neuer Meisterkurs angeboten.

Auch 2015 ist das Cello-Orchester Baden-Württemberg wieder Teil der Akademie und wird sich nach einwöchiger Probe in der Musikschule Engelberg im Remstal, am 6. November um 20 Uhr in der Halle Bühl II mit dem eindrucksvollen Sound von über 100 Celli präsentieren. Mitmachen kann wieder jede Cellistin und jeder Cellist, vom Anfänger bis zum Preisträger.

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