An der Schillerstraße machen die Bagger Platz für einen Neubau mit Tagespflege, betreutem Wohnen, Praxen und Läden. Foto: factum/Granville

Mit dem Straßenabschnitt vor dem Rathaus wird der letzte Teil der Ortsdurchfahrt umgestaltet. Damit verbunden ist auch die Umgestaltung des Rathausplatzes. An der Schillerstraße wird Platz für einen ortsbildprägenden Neubau geschaffen.

Rutesheim - Die Rutesheimer Ortsmitte rund um das neue Rathaus ist derzeit nicht wiederzuerkennen. Es ist eine einzige Baustelle, auf der emsig gearbeitet wird. Auf der Leonberger Straße und dem Rathausvorplatz sind die Straßenbauer zu Gange. Die haben alles abgetragen, was bisher den Rathausvorplatz ausgemacht hat: Bushaltestellen, Treppen, Mauern, Baumrondelle, die Sitzecken. Und sie gewähren dabei recht ungewohnte Einblicke – die Tiefgarage des Rathauses liegt entblößt bis auf die Betonstruktur da.

Wenige Schritte weiter an der Schillerstraße sind die Abrissbagger der örtlichen Firma Schwarz am Werk. Zwei Häuser haben sie bereits dem Erdboden gleichgemacht. Nun beißt sich die Abriss-Schere durch das größte Gebäude, die Schillerstraße 8/2. Hier waren auch die Praxen des HNO-Spezialisten Igor Lissakowitsch und des Zahnarztes Joachim Kraus sowie der Laden von Lindacher Hörgeräte untergebracht. Der HNO-Arzt sowie Lindacher Hörgeräte sind nun für 22 Monate in Container auf dem Rathausplatz umgezogen. Der Zahnarzt hat eine Praxis in der Pforzheimer Straße 36 eröffnet.

Mit dem Abriss wird Platz gemacht für ein Gebäude, das das Erscheinungsbild der Ortsmitte maßgeblich beeinflussen wird: ein Neubau mit Tagespflege, betreutem Wohnen mit 28 barrierefreien Wohnungen sowie Praxen und einem Laden. Der Komplex soll bis 2017 stehen – dem Jahr, in dem die Stadt auch 1250-Jahr-Jubiläum seit der ersten Erwähnung feiert.

„Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt der Erste Beigeordnete Martin Killinger. Bis Mitte Juli 2015 soll der letzte Abschnitt der Leonberger Straße zwischen Moltkestraße und Rathaus fertig sein. Trotz der Baustelle sind alle Geschäfte, die Markuskirche, das Rathaus und die HNO-Praxis erreichbar.

Ist die Leonberger Straße wieder für den Verkehr freigegeben, werden bis Oktober die Bushaltestellen mit den neuen Überdachungen auf beiden Straßenseiten gebaut. Gleichzeitig entsteht der neue Rathausplatz mit Treppenanlage und einer großzügigen barrierefreien Rampe in Richtung der Rathauspassage. „Angetreten sind wir mit dem Ziel, eine lebendige Stadtmitte zu schaffen, verbunden mit mehr Grün und einem beruhigten Verkehr sowie mit zusätzlichen Stellplätzen, vor allem für die Kunden der Geschäfte im Stadtkern“, sagt der Beigeordnete Killinger. Begleitet von einer intensiven Bürgerbeteiligung lag die Planung in den Händen des Stadtplaners und Architekten Peter Zoll.

„Die Beeinträchtigungen durch diese Großbaustelle sind enorm, sowohl für die Anwohner, die Einzelhändler als auch für deren Besucher, Kunden, Beschäftigte und für die Busfahrgäste“, meint Killinger. Dies auch vor dem Hintergrund, dass 2014 die Leonberger Straße auf einer Länge von 470 Metern umgestaltet wurde, was mit einer achtmonatigen Sperrung der Ortsmitte verbunden war. „Aber die Firma Eurovia aus Renningen arbeitet zügig und zudem auch samstags“, sagt Killinger zufrieden.

Als Abschluss der Arbeiten im Jahr 2017 wird zeitgleich mit der Fertigstellung des Neubaus an der Schillerstraße der neue Rathausplatz zwischen dem Neubau und dem Rathaus gestaltet. Dort entstehen wieder 38 öffentliche Stellplätze.

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