Auch im Norden wünschen sich einige Bürger einen Wochenmarkt wie hier auf dem Marktplatz – wenn auch eine Nummer kleiner. Foto: Michael Steinert

Erneut wird im Stadtbezirk Nord überlegt, einen Wochenmarkt anzusiedeln, den es bisher noch nicht gibt. Problematisch scheint die Wahl des Standortes zu sein – bisher vorgeschlagen sind Killesberghöhe und Nordbahnhofviertel.

S-Nord - Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat im Bezirksbeirat Nord die Idee eingeworfen, einen Wochenmarkt im Bezirk zu etablieren – zum Beispiel an der Killesberghöhe. Dass die Läden vor Ort nicht besonders begeistert von der Idee sind, ist dem Grünen-Bezirksbeirat Christian Lohr klar: „Aber wir fänden es gut.“ Der Platz in der Mitte der Killesberghöhe solle belebt werden. „Klar, wir wollen die anderen Ladeninhaber nicht in Bedrängnis bringen“, so Lohr. Vielleicht, meint er, könne man einen Markt mit Ständen etablieren, an denen Dinge angeboten werden, die eben keine Konkurrenz darstellen würde. „Ich bin sehr dafür, dass es auf der Killesberghöhe etwas gibt“, sagt er. Die Killesberghöhe habe sich gut entwickelt, „immer mehr Leute finden den Weg dorthin“. Das müsse genutzt werden.

Konkurrenz zu den Läden

Ebenfalls für sinnvoll hält er einen Wochenmarkt im Nordbahnhofviertel, etwa an der Mittnachtstraße, was auch die Bezirksvorsteherin Sabine Mezger vorgeschlagen hatte und in einem Antrag im jüngsten Bürgerhaushalt im vergangenen Frühjahr formuliert wurde. Für den Nordbahnhof könne er sich einen klassischen Wochenmarkt gut vorstellen, sagt Christian Lohr, für die Killesberghöhe eben einen „angepassten“ Markt.

Diese Idee hält Birgit Greuter, die Centermanagerin an der Killesberghöhe, allerdings für problematisch. Sie sieht ebenfalls die große Konkurrenz zu den dort bestehenden Läden und Supermärkten. „Das Sortiment wird bei uns bereits abgedeckt“, erklärt sie, „einen Wochenmarkt halte ich da für sehr schwierig.“ Und bei der Option, einen „alternativen“ Markt einzurichten, ist sich Greuter nicht sicher, „ob sich das für die Marktbetreiber rentieren würde“. Ein Problem eines regelmäßigen Markts wäre auch der Lieferverkehr. „Die Killesberghöhe soll ein autofreier Bereich sein“, erklärt Greuter dazu. Was sie sich aber gut vorstellen könnte, ist ein Kunstmarkt, der eventuell einmal im Monat stattfinden könnte, „vielleicht auch zusammen mit der Kunstakademie“.

Für die Mittnachtstraße liegt noch kein Antrag vor

Die Anfrage nach der Einrichtung eines Wochenmarktes werde an die Märkte Stuttgart herangetragen, etwa von Bürgerinitiativen, Bezirksbeiräten oder auch der Wirtschaftsförderung, sagt eine Sprecherin der Märkte Stuttgart. Danach müssten verschiedene Faktoren geklärt werden, etwa Infrastruktur, Kundenfrequenz, Strom, Toiletten, behördliche Genehmigungen sowie die Auswahl des Warensortiments. Da laut der Sprecherin ein Vollsortiment „zwingend notwendig“ wäre, käme ein Markt mit „angepasstem“ Sortiment, wie von Christian Lohr vorgeschlagen, nicht in Frage. „Ein Wochenmarkt mit einem eingeschränkten Sortiment ist sehr schwer zu etablieren und wird von den Kunden auch nicht gut angenommen“, erklärt sie, da die Kunden auf zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten angewiesen seien. „Ein Wochenmarkt lebt von seiner Vielfältigkeit und Einzigartigkeit.“

Die Anfrage zur Einrichtung eines Wochenmarktes an der Killesberghöhe sei eingegangen, bestätigt die Sprecherin, sei aber vom Investor abgelehnt worden. Bezüglich der Mittnachtstraße liege noch kein Antrag vor. „Meistens“, sagt die Sprecherin, „entsteht der Wunsch nach einem Wochenmarkt, wenn die Nahversorgung der Bürger nicht mehr gewährleistet ist, etwa bei der Schließung von Einkaufseinrichtungen.“

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