Das Konzept des TVB-Trainers Markus Baur geht auf. Foto: Baumann

Der TVB Stuttgart kam im Kampf um den Klassenverbleib in der Handball-Bundesliga zu einem 28:23-Sieg in Hüttenberg. Der Angriff überzeugte auch ohne Tormaschinen im Rückraum.

Giessen - Manchmal täuschen die Vorzeichen, die für den TVB Stuttgart am Sonntag nicht allzu gut schienen. Zum einen fehlten dem Handball-Bundesligisten in Michael Kraus, Simon Baumgarten und Tobias Schimmelbauer weiter drei Stammspieler verletzt, zum anderen saß beim Gegner TV Hüttenberg ein neuer Trainer auf der Bank, was für die Spieler immer eine besondere Motivation ist. Doch nach der 23:28(11:14)-Niederlage seines Teams musste Emir Kurtagic einräumen: „Wir haben in allen Bereichen nicht das gezeigt, was wir wollten. Vielleicht wollten wir auch zu viel.“ Die zwei Punkte nämlich. Doch die nahm völlig verdient der TVB mit, der sich damit im Kampf gegen den Abstieg zunächst einmal Luft verschafft hat. „Wir können die Tabelle lesen und wissen, wie die bei einer Niederlage ausgesehen hätte“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

Jogi Bitter Spieler des Tages

Wobei der ein gutes Gefühl hatte. „Ich habe die Konzentration bei der Mannschaft schon am Morgen im Hotel gespürt.“ Entsprechend ging die in Gießen, wo der Aufsteiger seine Heimspiele austrägt, von Beginn an ans Werk. Gestützt auf Abwehr und Torwart Johannes Bitter (der zum Spieler des Tages gewählt wurde) zwang der TVB den Gegner immer wieder zu technischen Fehlern, die Stuttgart zu einer 9:4-Führung nach 15 Minuten nutzte – was für Trainer Markus Baur kein Zufall war. „Wir haben die Fehler des Gegners erzwungen, weil wir in der Abwehr sehr offensiv gestanden sind.“ Und aus den resultierenden Ballgewinnen im Angriff eine – für Stuttgarter Verhält­nisse – hohe Abschlussquote aufwiesen. Schweikardt: „Das Prunkstück war für mich unser Rückraum.“ Da probte Stuttgart über weite Strecken ohne sogenannten Shooter einen Zwergen-Aufstand: Mit Bobby Schagen (7/3), Michael Schweikardt (5) und Max Häfner (1) links: „Er hat seinen Job gut gemacht – auch in der Abwehr“, lobte Baur, der hinzufügte: „Die Halbzeitführung fiel für mich sogar um zwei, drei Tore zu gering aus.“ Dennoch geriet der Erfolg vor den 2241 Zuschauern (Rekord für den TV Hüttenberg) nicht mehr ernsthaft in Gefahr, was keineswegs selbstverständlich war, weil der Aufsteiger bisher nur in zwei Spielen mit mehr als zwei Toren Differenz verloren hat.

Kiel kann also am Donnerstag (19 Uhr) kommen, wobei es noch etwa tausend Karten für die Porsche-Arena gibt. Schweikardt stellt klar: „Da sind wir krasser Außenseiter.“ Doch wie gesagt: Die Vorzeichen können manchmal täuschen.

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