Das Gazistadion wurde für 14,6 Millionen Euro umgebaut - der zentrale Platz (oben links) wird derzeit noch gestaltet Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Morgen ist es so weit: Dann dürfen die Kickers wieder in ihrer Heimstatt auf der Waldau ran. Die neue Tribüne ist fertig, wir zeigen vor dem Auftakt gegen Arminia Bielefeld erste Einblicke.

Stuttgart - Dieses Bild ist ein Schock für tiefblau in der Wolle gefärbte Kickers-Anhänger. Da hängt doch in der Kabine der Heimmannschaft nicht nur ein Trikot der Kickers, sondern auch ein weißes mit einem roten Brustring. Immerhin hatte der Arrangeur dieser Szene soviel Anstand, ein Trikot der Footballer der Stuttgart Scorpions dazwischen zu hängen. Damit sind sie alle beisammen, die das für 14,6 Millionen Euro umgebaute und aufgepeppte Gazistadion als Spielstätte nutzen.

Natürlich gebührt den Kickers die Ehre, das Stadion am morgigen Samstag um 14 Uhr mit dem Spiel der Dritten Liga gegen Arminia Bielefeld einzuweihen. Spielt doch der Verein seit sage und schreibe 110 Jahren an diesem Ort Fußball. Die Fußballer des VfB Stuttgart II werden ihre Heimspiele der Dritten Liga im Ausweichquartier in Großaspach zu Ende spielen und erst nächste Saison ihre Heimspiele wieder im Gazi-Stadion austragen. Und die Footballer werden erstmals im April bei einem Testspiel den Rasen in Degerloch umpflügen. Sie hatten ihre Spiele während des zehn Monate dauernden Umbaus in Esslingen ausgetragen.

Apropos Footballer. Die Scorpions dürfen bis zu 50 Spieler bei einer Partie einsetzen, nun sind die ja äußerst kräftig gebaut, so dass man sich schon fragt, wie die alle in die Kabine passen. Und bei acht Duschen pro Duschraum muss man Geduld aufbringen. Immerhin hat es an jedem Platz eine Steckdose. Da kann man sich ordentlich frisieren. gerade bei Fußballern ist es ja offensichtlich sehr wichtig, die Haare schön zu haben.

Bei zu großem Andrang unter der Dusche kann man sich zunächst nebenan massieren lassen. Zwei Liegen sind aufgestellt, natürlich ganz in Blau. Wie auch die Sitze auf der neuen Tribüne selbstverständlich blau sind. Allerdings gibt es Unterschiede. Die 340 Plätze für diejenigen, die very important sind und etwas mehr fürs Fußball gucken zahlen, sind gepolstert und dunkelblau. Die rund 1900 anderen Klappsitze sind dagegen hellblau. Die Trainer und Ersatzspieler sitzen übrigens auch bequem, auf Recaro-Sitzen.

Einen noch schöneren Ausblick auf das nun 68 Meter breite Spielfeld hat man vom nahezu rundum verglasten „Hospitality-Bereich“. Auch so ein neudeutsches Wort. Es meint, dass dort die Wichtigen und die sich dafür halten, zu essen und zu trinken bekommen. Dafür sorgt das Team der Red Jam GmbH, das unter anderem auch den Club Schräglage betreibt.

Nicht ganz so hell und luftig ist es bei den Sanitätern und der Polizei, sie haben neue Räume im Inneren der Tribüne bekommen. Dort ist auch ein neuer Presseraum sowie ein wirklich äußerst interessantes Zimmer: der Dopingraum. So heißt der wirklich. Auch wenn man dort nichts einwirft, sondern im Gegenteil, Wasser lassen muss. Natürlich haben die Kickers keinerlei Doping nötig, um aufzusteigen. Und mal ganz ehrlich: Stuttgarter Kickers gegen Arminia Bielefeld, das hört sich doch schon nach zweiter Liga an.

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