Marc Terenzi ist der Dschungelkönig 2017. Foto: RTL / Stefan Menne

Finale im Dschungel: „Prince Charming“ Marc Terenzi gewinnt die „Jungle Kron“. Damit endet ein lahmes Dschungelcamp mit einem würdigen Sieger.

Stuttgart - Tag 16. im Dschungel. Je lahmer desto lauter. Zum Finale einer der langweiligsten Dschungelcamp-Staffeln greift RTL tief in die Pathos-Kiste: „Nur noch wenige Meter, um ein Held zu werden: Marc, Hanka, Florian? Wer setzt sich selbst ein Denkmal? Wer geht in die Geschichte ein?“

Die TV-Quoten waren zwar nicht so hoch wie im vergangenen Jahr, aber doch ganz ordentlich. 2016 schalteten durchschnittlich 7,1 Millionen Menschen ein, 2017 waren es 6,6 Millionen. Marktanteil von 27,7 Prozent, bei der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährige sogar 35,9 Prozent.

Hier gibt es alle Folgen unserer Dschungelcamp-Kolumne.

Dass überhaupt Originalität aufgekommen ist, hat am harten Kern der Semi-Stars um Marc Terenzi, Hanka Rackwitz, Kader Loth und Alexander „Broncho“ Keen gelegen. Von dem aalglatten Schleimbolzen kann man halten, was man will. Aber sein penetrant-selbstverliebtes Dauergrinsen hat für ordentlich Zoff im Camp und damit für prima TV-Unterhaltung gesorgt.

Ekelkitzel auf die Spitze getrieben

Auch Trash kann Kunst sein. Doch er wird nicht dadurch besser, dass man Ekel an noch mehr Ekel reiht. Die letzte Hanka-Prüfung toppt die bisherigen Abartigkeiten. In der Vertikalen in einem transparenten Rieseneisbecher eingeklemmt werden der an multiplen Zwangsstörungen Leidenden kiloweise Mehlwürmer, Kakerlaken, Fischabfälle, faules Gemüse und andere Stinkesachen aufs Haupt gekippt. Alle fünf Sterne.

Um den Ekelkitzel auf die Spitze zu treiben, wird „Natural“ Marc in die „Ächz“-Prüfung mit kulinarischen „Dschungel-Kötzlichkeiten“ geschickt. Erster Gang: Nippel vom Kuh-Euter (Würg). Zweiter Gang: fermentierte Eierbrühe (Spei). Dritter Gang: Krokodil-Vagina (Brech). Vierter Gang: Lebende Spinne (Schüttel). Fünfter Gang: Kamelhirn (Spuck). Zwei von fünf Sternen.

It-Flori muss in die „Doing“-Prüfung. Eingesperrt in einem finsteren Loch („Ich hab Panik . . . Baaa, hört auf . . . Ich kriege keine Luft . . . Die hat mich gebissen . . . Zieht mich raus. Schnell!“) muss er sich seinen Ängsten stellen: Ratten, Wasser, Atemnot, Spinnen, Kakerlaken. „Es war genauso widerlich, wie ich es empfunden habe.“ Doch er hält durch. Alle fünf Sterne.

Dschungelcamp-König wird Marc Terenzi

Nach 141 Minuten steht fest: Für „High class“ Flori reicht es nur zur „Third class“. Hanka ist die erste „Jungle Princess“ aus dem Osten. König des Dschungels 2017 wird „Tarzan“ Terenzi – der vierte RTL-King aus dem Ausland nach Costa Cordalis (Griechenland), Ross Anthony (England) und Menderez Bagci (Türkei).

Der 36-jährige Italo-Amerikaner Marc Terenzi, der im Ruf steht nichts anbrennen zu lassen, hat ein bewegtes Leben hinter sich: fünf Kinder von vier Frauen, Privatinsolvenz, Boy-Group, Reality-Soap („Sarah und Marc in Love“), Scheidung nach vier Jahren Ehe mit Sängerin Sarah Connor und jede Menge Affären. Seit einiger Zeit verdient Terenzi seine Brötchen als Stripper. Mit dem Sieg und der Gage aus dem Dschungelcamp will er beruflich noch mal durchstarten und seine Schulden bezahlen.

Beste Sprüche:

„Ich freue mich auf Zuhause. Ich will keine Dschungelgeräusche mehr hören, ich will keine Hanka mehr hören.“ (Florian Wess)

„Die Durchgeknallte, der Stripper und der Botox-Boy.“ (Florian Wess)

„Florian, du hast doch auch Honey überlebt.“ (Daniel Hartwich)

„Das ist nicht der Nebel des Grauens. Für mich ist Weihnachten und Ostern gleichzeitig.“ (Hanka Rackwitz)

„Ich hab mich wohl gefühlt hier im Jungle mit unserem Friend Trevor, dem Frosch.“ (Marc Terenzi)

„So wenige Ängste wie hier im Dschungel hatte ich die letzten 20 Jahre nicht. Und das nehme ich mit.“ (Hanka Rackwitz)

„Ich habe das Wetter überlebt, die Hanka, Reis und Bohnen.“ (Florian Wess)

„Ihr habt den Schönling mit zwei Bachelor-Abschlüssen und der Bronchitis überlebt.“ (Daniel Hartwich)

„Schaut in die Couch-Ritze. Wenn da noch 50 Cent sind, ruft für mich an. Ich will Dschungelkönigin werden.“ (Hanka Rackwitz)

„In der Geschichte des deutschen Dschungelcamps bin ich die diagnostiziert Verrückteste.“ (Hanka Rackwitz)

„Wer könnte uns besser repräsentieren als der Mann, der mehr Kinder hat als der König von Swasiland.“ (Daniel Hartwich)

„Diese zwei Wochen nimmst du mit für den Rest deines Leben.“ (Marc Terenzi)

„Und jetzt begrüßen wir in unseren heiligen Hallen: Marc „keine Äihnung“ Terenzi I.“ (Daniel Hartwich) - „Ich bin totally geflasht“ (Marc Terenzi) - „Und gleich bist du totally besoffen.“ (Daniel Hartwich)

Fazit:

Unterm Strich ist Nummer elf eine Enttäuschung. Woran es lag? An den langatmigen Dialogen, den pseudophilosophischen und hobbypsychotherapeutischen Einschüben der Stars.

Auch der klägliche Versuch der Camper, angeführt von Ex-Zwergen-Mime Markus „Cookie“ Majowski, eine basisdemokratische Rebellion anzuzetteln, endete im TV-Nirwana.

Das Hauptproblem aber war die lauwarme Harmoniebrühe, in der sich die Zwölf suhlten. Für eine Show, die von Gekeife, Gezeter und Gezicke lebt, ist das Bekenntnis zu Familienbande („La familia grande“) und Harmonie die denkbar schlechteste aller Alternativen.

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