Rund um den "Remembrance Day" am 11. November sind die Royals im Dauereinsatz: Prinz Williams Frau, Herzogin Kate (rechts), und Herzogin Sophie von Wessex, die Frau von Prinz Andrew. Foto: dpa

In Großbritannien ist das Gedenken an die Opfer der Kriege besonders wach. Rund um den "Remembrance Day" am 11. November ist Großbritannien im Zeichen der Mohnblüte vereint - besonders die Royals zeigen ihre Solidarität mit den Veteranen.

In Großbritannien ist das Gedenken an die Opfer der Kriege besonders wach. Rund um den "Remembrance Day" am 11. November ist Großbritannien im Zeichen der Mohnblüte vereint - besonders die Royals zeigen ihre Solidarität mit den Veteranen.

London - Ob Queen Elizabeth II., ihr Enkel Prinz William oder dessen Frau Herzogin Kate - um den "Remembrance Day" am 11. November trägt Großbritannien "Poppy" am Revers. Die rote Klatschmohn-Blüte symbolisiert für die Briten die Solidarität mit den Soldaten im Kriegseinsatz, aber auch mit den Gefallenen, Verwundeten und den seelisch Verstümmelten.

Verglichen mit anderen Ländern erscheint die britische Kriegserinnerung, speziell um den „Remembrance Day", verblüffend. Die Königin, der Premierminister, Regierung und Opposition sind in der öffentlichen Trauerbekundung vereint. Am Samstagabend wurde das Wiedersehen eines zehnjährigen Mädchens mit seinem Soldaten-Vater nach dessen Einsatz im Indischen Ozean vor der Queen und Tausenden weiteren Augenzeugen sowie einem Millionenpublikum live im Fernsehen zelebriert. Die Nation weinte vor Rührung.

Politiker, Sportler, Filmschauspieler, Fernsehmoderatoren, Beamte und Leute auf der Straße - kaum jemand, der halbwegs wichtig ist oder sich zumindest dafür hält, kann auf den roten „Poppy“ am Revers verzichten. Wer sich dennoch traut, der riskiert, sich den geballten Zorn der landesweiten Trauergemeinde zuzuziehen. Patricia Jackson, methodistische Pfarrerin im Städtchen Telford in der Grafschaft Shropshire, hatte sich geweigert, sich die rote Mohnblüte an den Talar zu heften. Der Pfarrgemeinderat enthob sie „bis auf weiteres“ kurzerhand ihres Amtes und lässt den Sonntagsgottesdienst von einem Laien halten.

Für viele ehemalige Kriegsteilnehmer, für Witwen von Gefallenen und vor allem für die Volksseele auf der Insel ist die kollektive Erinnerung aber unverzichtbar. Der Verkauf der aus Papier gebastelten Mohnblumen gegen eine Spende wird von der Veteranen-Vereinigung British Legion organisiert. 37 Millionen Pfund (44,3 Millionen Euro) will sie in diesem Jahr einnehmen. Dafür werden unter anderem Reha-Zentren für Verwundete Soldaten unterstützt, aber auch Feste und Freizeitaktivitäten für Ex-Krieger finanziert. Die wenigen Kritiker meinen dagegen, das seien Dinge, die der Staat zahlen soll, der die Männer ja schließlich auch in den Krieg schicke.

Die Mohnblume als Symbol der Erinnerung geht auf das Gedicht „In Flanders Fields“ aus dem Jahr 1915 zurück. Darin beschreibt der kanadische Sanitätsoffizier John McCrae die Trauer über den Tod eines Kameraden. In dem Gedicht thematisiert McCrae den in Flandern blühenden Klatschmohn: „In Flanders Fields the poppies blow, between the crosses row on row...“ („Auf den Feldern Flanderns blüht der Mohn, zwischen den Kreuzen, Reihe für Reihe...“).

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